Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Sohn sein müsse. Der Rabbiner selbst, welcher ein strenger Thaimudist ist, wurde sehr bestürzt, als ich ihm auseinandrrsrtzte, daß wir alle von der Sünde verderbt sind und die Ansprüche und Hoffnungen aus den Himmel verwirkt haben, und ohne den Glauben an das Verdienst des Opfers Christi des ewigen Elendes und der Berdammniß gewiß sind. Einige von den Juden zeigten große Neigung, mit der Lehre des Evangeliums völlig bekannt zu werden, denn indem wir nach der Karawanserei gingen, flüsterten mir mehrere in die Ohren: „wir werden morgen noch mehr von Ihnen hören." Des Abends besuchten mich ein jüdischer Kaufmann und der Synagogen-Vorsteher. Wir saßen mehrere Stunden beisammen, die herrliche Wahrheit erörternd, daß Gott die Welt also geliebet hat, daß er seinen eingebornen Sohn zum Opfer für unsre Sünden dahin gab. Am 24. besuchte mich Chacham S.— mit noch andern Juden im Khan. Ersterer erklärte ohne Rückhalt und Bedenken, daß er das Neue Testament oft gelesen hätte, sowie auch andere christliche Bücher, die er in Konstantinopel erhalten hätte, woraus er mehr nützliche Crkeuntniß und Lehren empfangen habe als aus allen Ueberlieferungen der Weisen. Dies öffnete mir den Weg, ihnen die Zrrthümer des Judenthums nachzuweisen, sowie das Heilmittel, welches das Evangelium für die gefallenen Kinder Adams enthält. Furcht und List hatten bei einigen abwechselnd die Oberhand, bei andern aber machten durch die Gnade Gottes meine Worte, wie ich glaube, einen günstigen Eindruck. Als sie mich verlassen hatten, ging ich, von dem Oberrabbiner begleitet in die Synagoge. Wir traten durch eine niedrige eiserne Thür in ein großes luftiges Zimmer, in dem 200 Personen Platz finden kön- »tti. Das Gebäude ist vor Kurzem aus freiwilligen Beiträgen erbaut worden, und es gereicht den armen Juden zum Lobe, so für ihre religiösen Bedürfnisse zu sorgen. Von hier ging ich mit Chacham S. nach seiner Wohnung. Der arme Mann scheint sich in einem innern Kampfe zu befinden, denn sein Geist ist von mancher Wahrheit überzeugt und wie ich glaube erleuchtet, aber sei» Herz ist unbrkehrt, und Menschenfurcht hat eine« überwälti-