Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Jsmaels und die Nachkommen Amaleks regieren, da ist Unterdrückung und Elend unser Loos." (Die Juden im Morgenlande halten die Armenianer für die Amalekiter, ihre uralten Feinde.) Am 3. April besuchte ich die Synagoge, wo ich mit Rabbi Joseph Morbach und andern Juden zusammentraf. Der erbärmliche und elende Zustand ihres Bethauses zeigte deutlich die Armuth derer an, die darin ihren Gottesdienst verrichten. Zch sprach abermals ernstlich zu ihnen von der Nochwendigkeit der Bekehrung und des Glaubens an das Blut der Versöhnung. Sie versicherten mir, daß sie das, was ich ihnen vorgelegt hätte, prüfen wollten; möchte der Herr diese wichtige Betrachtung zum Heile ihrer Seelen segnen. Die Reise über den Taurus von Diarbekr aus bis nach Tokat war außerordentlich anstrengend und beschwerlich und selbst lebensgefährlich. Der Weg führte vor Abgründen vorbei und über Eis- und Schneefelder, so daß sie einmal vier Stunden brauchten, um drei englische Meilen (noch nicht ganz % deutsche) zurückzulegen, und in großer Lebensgefahr waren. Die armen Maulthiere mußten sich so anstrengen, daß ihnen davon, wie von der Kälte, das Blut in Menge zu Maul und Nase herausfloß. Auf Herrn Stern selbst hatte die Kälte, so wie Sturm, Schnee und Regen einen solchen Einfluß, daß er einen heftigen Fieberanfall bekam und genöthigt wurde zwei Tage in einem kleinen Orte, Namens Meriza zu bleiben. Am 23. April langte er endlich in Tokat an, wo er sich ein paar Tage aufhielt und die Juden besuchte. Er schreibt über dir Unterredungen mit ihnen: Als ich eine Stunde geruht hatte, begab ich mich in das Zudenviertel, und da ich die Thüre der Synagoge verschlossen fand, ging ich zu einem der Rabbiner, wo ich freundlich ausgenommen wurde. Mein Besuch wurde sogleich von Haus zu Haus bekannt gemacht, und in wenigen Minuten war die Stube gepfropft voll von Juden, welche begierig waren zu wissen, was ich zu Gunsten unsrer Religion sagen könnte. Sie waren jedoch darüber beunruhigt, als sie hörten, daß die Weissagungen Gottes die erhabene und wunderbare Wahrheit enthielten, daß der Messias Gottes