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Dibre Emeth · 1849-10-01 · 10 (10.1849) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
10 (10.1849)
Date
1849-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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168 Zweierlei sind aber die Veranlassungen, die den Israeliten zur Bcrläugnung seines Glaubens führen können: Entweder 1) die Aussicht auf Erlangung zeitlicher Güter und vergänglichen Wohls, oder 2) Ueberredung und Verführung (durch Missionare).") An euch, bei denen das Erstere der Fall ist, verschwende ich nicht viel Worte. Ihr gedenkt durch die Taufe euer Glück in der Welt zu machen. Ihr seid nie gute Juden gewesen, und werdet jeder Zeit schlechte Christen bleiben. Ihr werdet alle Gründe weg zu vernünfteln wissen, die böse Lust wird bei euch die Oberhand behalten, und die Heerde Jakobs kann sichs für kein Glück schätzen, ein verlornes räudiges Schaf wieder gefunden zu haben."") Euch aber, die ihr in die Hände der Missionare fallet, in die Klauen der Wölfe in Schafsfellen;""") ihr, die ihr glaubt überzeugt zu sein, indem (man) euch bloß verwirrt und überredet hat, ihr, die ihr glaubt besiegt zu sein, indem ihr bloß vom Kämpfen verwundet seid, da ihr nämlich den feinen gewandten Rednern, wie die Missionare gewöhnlich sind, nicht gewachsen wäret, euch möchte ich belehren, daß ihr im Nebel wandelt, und ein in der Ferne schwebendes Irrlicht für einen heit enthalten? Das wäre der größte Widerspruch. Daraus aber folgt, daß der Verfasser gar nicht bedacht hat, was er niederschrieb, oder so verblendet war, daß er Jrrthum «ud Wahrheit gar nicht mehr von einander unterscheide» konnte, ja Jrrthum und Lüge für Wahrheit hielt. *) Siebt es nicht tausend und aber tausend Jude», welche sich von dem Judenthmue thalsächlich losgesagt haben, und da« Chrlstrnthum für besser halten als das Judenthum? Und sollte von diesen Tausenden keiner dahin gelangen, aus einem andern Grunde als den beiden angeführten zum Christenthume überzutreten und so seine Ueberzcugung öffentlich zu bekennen? Oder ist es unmöglich für irgend einen Juden, auch das für Wahrheit zu halten, was Millionen Christen für Wahrheit halten? Das wird der Verfasser doch nicht behaupten wollen. **) Ein grausamer Ausspruch! Der gute Hirte überläßt auch daS räudige Schaf nicht feinem Verderben, sondern hat Mitleiden mit ihm und sucht es zu heilen. **•) Wer sind die Missionare, die anders geredet und sich anders gestellt habm als sie es weine». Man neune sie mit Namen, und beweise dann die Anklage. So lange das nicht geschieht, bleiben solche Aussprüche nichts anders als Verläumdungen.

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