Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 9 (9.1849)
- Date
- 1849-09-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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137 Am* ... ,11, Prediger sagen gegen folgenden Zweifel. Nach der Verheißung im erwähnten Kapitel soll sich mit dem Eintritte des Messiasreiches die Menschennatur in solcher Gestalt um gewandelt haben, daß Sünde, Trug und irdische Gelüste in ihr erloschen sind; daß statt des alten Hasses der Heiden ächte aufrichtige Bruderliebe, ja selbst Feindesliebe sie beherrschen; daß alle Verfolgung und Tyrannei von dem Angesichte der Erde verschwunden sind; daß die Erde voll sein werde der Erkenntniß Gottes, wie Wasser den Meeresboden bedeckt. Wie sind aber die Zeugnisse, auf welche sich dieser Glaube beruft? — Wird nicht selbst das prvtestantifche Norwegen,*) daß die Juden mit rücksichtsloser Feindseligkeit, ohne Urtheil und Recht von seinen Grenzen zurückstoßt, zum Lügner an seinem eignen Glauben? — Oder werden wir etwa in allen andern Ländern, in welchen christliche Beherrscher das Scepter führen, mit gebührender Liebe und Milde behandelt? — Uns sind die Zeiten und das Reich des Messias verheißen als Zeiten der Eintracht und des Friedens. B. 6 — 9. Wir sehen hingegen nichts als Krieg und Zwietracht von einem Ende der Welt bis zum andern. List und Trug und Bruderhaß und Feindesverfotgung sind noch an der Tagesordnung, in katholischen und protestantischen Ländern, wie vor 1810 Jahren unter den Heiden. Und wenn man, wie das Evangelium selbst die Weisung giebt, sie ün den Früchten erkennen soll, so wird man uns nicht übel nehmen, wenn wir auf dem Baume, der solche Früchte getragen,'^) eben nicht den vortheilhastesten Rückschluß machen. — °) ES darf nämlich nach einem allen Gesetze kein Jude die Grenze dieses Landes betrete», noch viel weniger sich darin aufhalte». Anw. des Briefstellers. **) Zst die Frucht der Abgötterei unter den Juden, wie überhaupt alle bösen Früchte dieses Volks, wie fie die Propheten schildern, auf dem Baume d«S Gesetzes gewachsen? Nach der Logik des Briefstellers würden wir das behaupten müssen. Wir thun es aber nicht, weil wir mit dem Worte Gottes gkaubm, daß die böse» Früchte auS dem Herzen des Menschen herauswachseu, aber nicht aus der Göttesoffenbarung. 12