Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 9 (9.1849)
- Date
- 1849-09-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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152 gellsten, haben sich nicht hinlänglich allsgesprochen, so daß wirklich erst auf der Kirchenversammlung zu Nicea 333 Zahre nach Christi Geburt, die Dreieinigkeitslehre von den damaligen Kirchenvätern näher bestimmt werden mußte. Bis dahin wußten die Herrn Kirchenväter selbst nicht recht, woran sie seien. Und der Presbiter Arius zu Alexandrien sprach ganz deutlich aus: Zesus sei ein Geschöpf Gottes und besitze durchaus keine göttliche Eigenschaften. Za die griechische Kirche ist in dieser Grundlehre des Christenthums noch heute nach 1840 Zähren nicht vereinigt mit den übrigen Kirchen.*) Glaube mir auch, mehr als Du weißt und mehr als Deine Missionare Dir erzählen, giebt es tausend und aber lausend unter den aufgeklärten Christen, (man nennt sie Rationalisten) welche keine Dreieinigkeit und keinen Gottes Sohn glauben. Zhre Religion ist enthalten in den Sätzen: „Der Ewige, -ein Gott, ist ein einiger Gott, und du sollst Gott, deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und aus allen Kräften," und in dem andern, das ihm gleich kommt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, Marc. 12, 29. 30. 31.," wie es schon im Alten Testamente 5. Mos. 6, 4. und 3. Mos. 19, 18. enthalten ist. Und von solchen sagen auch unsre Weisen: Die Frommen aller Nationen können des künftigen Lebens theilhaftig werden. Es ist noch Niemanden eingefallen, die Einheit Gottes, wie Moses im Alten Testamente sie lehrt, und wie Zesus in erwähnten - Bersen sie einprägt, zu widersprechen. Auch hat kein Philosoph sich noch Mühe gegeben, seine Zeit mit Forschungen über die Dreieinigkeit zu verschwenden.**) Für den Zsracliten aber, der in der reinen Idee des einzigen Gottes erzogen ist, der täglich drei Mal mit Andacht ausspricht: Höre Israel, der Herr, unser Gott ist ein einiger Gott! dessen Gebete alle nur an den einzig einigen Gott gerichtet sind, für einen solchen Zsraeliten, sage ich, giebt es nichts Unsinnigeres, als diesen ewig Einigen zu verlassen *) Ist wohl eine wissentliche oder unwissentliche Verwechselung der Lehre vom Ausgehen des heiligen Geistes vom Vater und Sohne. ") Welch eine dreiste Behauptung! Als Lehrer Mußte der Briefsteller doch besser unterrichtet sedi.