Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 9 (9.1849)
- Date
- 1849-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554598-2554608--01087-2556907- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
153 und dafür einen Drillingsgott anzunehmen. Alle Juden, die sich taufen lassen, find daher entweder Dummköpfe oder Betrüger. Dummköpfe sind sie, wenn sie durch, die Taufe einen Gewinn für die Ewigkeit zu machen glauben. Wasser an die Suppe gießen, macht sie nicht fetter und nicht kräftiger. Der Drillingsgott verzeiht dem Sünder nicht, wenn dieser nicht von Innen heraus, und zwar aus freiem Antriebe sich bessert und die fleischlichen Gelüste aus seinem Herzen verbannt. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist, Ps. 51, 12.,*) und dasselbe ist auch bei dem einigen Gott der Fall. Also ist es wohl eine unverzeihliche Dummheit von dreien zu verlangen, was mir einer gewähren kann. Betrüger sind sie (und das ist auch bei den meisten der Fall) weil sie sich nur zum Scheine taufen lassen, im Herzen aber entweder Juden oder Freigeister sind, und durch die Taufe bloß einen zeitlichen Bortheil, eine glückliche Heirath, eine Anstellung im Staatsdienste, oder ein fteieres Leben erlangen wollen. Hat sich der einige Gott Israels noch nicht hinlänglich als allmächtig, allweise, allwissend, allgerecht, allbarmherzig, allliebend, allgütig und allgnädig gezeigt gegen Israel sowohl, als auch gegen alle übrigen Völker und gegen vernunftlose Geschöpfe? Oder sind diese Eigenschaften bei dem Gott-Vater allein nicht zu finden, und ist er dieses alles nur durch seinen Sohn? War also der Vater schwächer als der Sohn? Es ist ein schlechtes Compliment für den Vater, ihn erst durch den Sohn vollkommen sein zu lassen!! Oder können Vater und Sohn zusammen Nichts wirken, wenn sie nicht vom Geiste beseelt sind? Ist denn Gott der Vater nicht selber rin Geist? — Die ihn an« beten, müssen ihn ja im Geiste und in der Wahrheit anbetenU — Noch ein Dutzend Fragen dieser Art könnte ich Dir vorlegen und. mich damit dem schlausten Deiner Missions-Musterreiter mit seiner ganzen Musterkarte von seinen Traetätchen und falschen Pröb- *) Kann ich mich selbst von Innen heraus und aus freiem Antriebe bessern, wozu brauche ich denn dann um ein neues Herz zu beten? Solche Widersprüche aber erkennt der natürliche Mensch nicht, daher er sich auch zu solchen Gotteslästerungen verleiten läßt, wie sie in diesem Briefe vorkomme«, , . ,