Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 8 (8.1849)
- Date
- 1849-08-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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131 stoßenen Kindern Zions und zur Stadt des großen Königs hingezogen gefühlt haben muß. Und ich bin, trotz eines, geneigt gewesen zu fragen, wie kommt es, daß während andere Zeichen der Zeit so deutlich und auffallend find, das Zeichen der Zeit, welches vor allen andern das deutlichste und entscheidendste sein soll, nämlich daß Israel sich gen Jerusalem wendet, und Zerusalem ihre.Arme zur Aufnahme ihrer seit Jahrhunderten herumirrenden Kinder öffnet, — wie kommt es, daß das Zeichen der Zeit noch nicht erscheint? Aber dies Zeichen erscheint mit jedem Tage in herrlicherer und glänzenderer Wirklichkeit. Was sehen wir in diesem Augenblicke? Babylon Zusammenstürzen und Zerusalem sich erheben; den Antichrist sinken, aber das Volk des Herrn sich ermuntern, ihre Lenden umgürten, den Wanderstab ergreifen und sich zur Reise nach Zerusalem fertig machen. Es ist wunderbar, daß der Antichrist den Weg für Israels Zurückkehr selbst anbahnt; denn was hört man? Daß der Predigt des Evangeliums in Italien und, Oesterreich die Thür geöffnet ist, ein Ereigniß, an das auch nur zu denken, vor kurzer Zeit noch für ein Trugbild des Fanatismus gehalten worden sein würde, und doch ist es nun so in der Wirklichkeit. War es nicht höchst befremdend, ja prophetisch, daß Pius IX. grade zu der Zeit, als er auf dem Punkte stand, von seinen mißhandelten und verletzten Unterthanen vertrieben zu werden; (einige würden sie seine unnatürlichen Kinder nennen, und doch ist dem Menschen der Wunsch nach Freiheit, sowohl bürgerlicher als religiöser angeboren. Sie ist ein Geschenk, ein Segen, den der Mensch nicht gab und den zu nehmen er kein Recht hat; und die Freiheit des Urtheils, sowie die Freiheit des Gewissens, die das Geburtsrecht jedes Protestanten in England ist, ist das Geburtsrecht jedes Menschenkindes) war es nicht, sage ich, ein merkwürdiges Zeichen der Zeit, daß der Papst, als er auf dem Punkte war, von seinem Throne gestürzt zu werden, die Juden aus jenem finstern Winkel der Stadt befreite, in dem sie so lange grausamerweise gefangen gehalten worden sind, und daß man fast an demselben Tage, an dem er fliehen mußte, sie aus dem Ghetto kommen und als freie Männer in Babylon erscheinen sah? Und