Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 8 (8.1849)
- Date
- 1849-08-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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132 wiederum, my Lord, welch eine merkwürdige Thatsache ist es, daß Oesterreich, das Bollwerk des Papstthums, die Juden aus den risernm Fesseln des Despotismus befreit und dem Evangelium freien Eingang gewährt hat, daß es den Juden gepredigt werde, so daß wir nicht nur Verkündiger des Evangeliums nach Oesterreich senden können, sondern wir können dies auch mit eben so viel Sicherheit und Erwartung der Aufnahme thun, als in irgend einem andern Theile Europas. Wir wollen jedoch eingedenk sein, daß diese Thür bald wieder verschlossen werden kann. Frankreich steckt bereits die Bajonette auf, um den Papst wieder einzusetzen, und wir sehen schon die Völker des Continents sich miteinander verbünden, zur Wiederherstellung der vollen Macht des Papstthums. Was, meine christlichen Freunde, ist nun in der Zwischenzeit unsere Pflicht? Nicht die Zukunft zu berechnen, sondern sogleich Hand ans Werk zu legen. Wir dürfen nicht wähnen, daß die Thür weit aufgethan bleiben wird, wenn wir hin und her schwanken, unentschlossen sind, und die köstliche Zeit vorübergehen lassen. Unsere Pflicht ist, jetzt, da die Thür offen steht, vorwärts zu gehen und das Feld in Besitz zu nehmen, das Gott uns angewiesen hat. Mags dann sein, my Lord, daß diese Thür wieder geschloffen wird; mags dann sein, daß die Prediger der Wahrheit Gottes ausgeschlossen werden; der unvergängliche Saame, der ausgestreut worden, wird nicht verloren sein, Gott wird ihn nicht wieder leer zu sich zurückkehren lassen. Ich zweifle nicht, daß die Bajonette Frankreichs den Papst wieder auf den Thron setzen werden, aber das Papstthum können sie nie wieder Herstellen. Die heilige Schrift, wonach die Italiener so sehr verlangen, wird ihre Macht ausüben, und in dem Maße als die Märkte für Spiel- und Flitterwerke, für Bilder und Crucifixe und andere Arten Mummerei geschlossen werden, wird das einfache Wort Gottes, das die köstliche Perle enthält, gesucht und mit der größten Begierde gekauft' werden. Und welch ein wunderbares Zusammentreffen, daß die ungläubigen Juden, von Habsucht getrieben, die Werkzeuge sind, die Waare des Heils den Katholiken selbst in Rom zuzufilhren, und daß sie so, wenn auch unwissend und absichtslos,