Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 8 (8.1849)
- Date
- 1849-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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123 „Das von dem Königs. Ministerium rc. an uns abgegebene Gesuch Ew. Wohlgeboren vom 27. Mär; d. Z. hatten wir dem Herrn Sup. St. zur Erklärung vorgelegt. Nach dieser jetzt eingegangenen Erklärung hat der Sup. St., indem er bei Vollziehung einer Trauung das Wesen einer christlichen Ehe auseinandergesetzt, und dabei angeführt hat, inwiefern dieselbe höher stehe, als die jüdische und heidnische, durchaus Nichts gethan, wodurch er die Grenzen seiner amtlichen Befugnisse überschritten hätte, und was ihm zur Last gelegt werden könnte. Als christlicher Prediger hat derselbe nicht nur vermöge der Lehrfreiheit, so beschränkt man dieselbe auch immer auffaffen mag, das Recht, sondern sogar die Pflicht, die Vorzüge der Religion, welche zu lehren er berufen ist, vor den andern Religionen in seinen Amtsvorträgen zur Sprache zu bringen". Dazu nun macht Herr Dr. Ph. die Anmerkung: „Man kann sich schwerlich über diese Aeußerung eines christlichen Conststoriums über einen christlichen Prediger wundern. Wir haben nur zu bemerken, daß, da es ein strafrechtliches Gesetz ist, daß die Geistlichen einer Konfession die heiligen Akte der andern nicht herunterseßen dürfen, in solchen Fällen, wo man etwas dergleichen stattgefunden glaubt, das eigentliche Forum — das Gericht, nicht das Consistorium ist". Das ist also die in unfern Tagen im Allgemeinen und besonders von den neuern Juden so hochgepriesene und vielfach ausposaunte Toleranz. Die neuern Rabbinen verlangen allen Ernstes von einem christlichen Prediger und Superintendenten, daß er seiner Religion nicht den Vorzug vor der jüdischen geben, wenigstens diesen seinen, Glauben nicht öffentlich bei den Amtshandlungen aussprechen und bekennen soll; und da er sich diesem Ansinnen nicht gutwillig fügen will, verklagt man ihn sogleich bei der höchsten Behörde. Es scheint als wollten sich die neuern Rabbinen das Recht allein zueignen, ihre Religion über die Maße zu erheben, alle andern aber, besonders die christliche, selbst auch die altorthodox jüdische, auf jegliche Weise zu verunglimpfen und wenn möglich bis in die Hölle zu verdammen. Wir könnten eine Menge 9*