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Dibre Emeth · 1849-07-01 · 7 (7.1849) · page 14

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Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
7 (7.1849)
Date
1849-07-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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118 Wäldchen auf. Am Morgen ging ich geraden Weges zum Rabbiner, der mich Anfangs für einen Stambul oder einen Chacham aus Konstantinopcl hielt. Zch überzeugte ihn und die anwesenden Juden damit von ihrem Zrrthume, daß ich ein Neues Testament aus der Tasche zog und ihnen die wesentlichen Lehren des ChristenthumS verkündigte, und das Bedürfniß des Evangeliums nachwies, das uns sagt, wie wir durch den Glauben von der Sünde und dem zukünftigen Zorne erlöst werden können. Darauf erwiederten sie: „Wir sind ungelehrte Leute, wenn aber die Zuden an andern Orten das annehmen, was Sie predigen, so werden wir ihrem Beispiele folgen." Nachmittags reisten wir weiter und langten denselben Abend in Akra an. Akra, welches die bevölkertste Stadt in diesem Gebirge ist, liegt an dem steilen Abhange eines nackten Felsens am Ende der Ebene; sie wird von ungefähr 80 jüdischen und 100 kurdischen Familien bewohnt. Die ersteren leben, im Vergleich zu ihren Brüdern in den höhern Bergen, in Ruhe und Wohlstand. Am Morgen nach meiner Ankunft besuchte ich sie in ihrer Synagoge. Der Rabbiner, ein sehr unwissender Mann, zeigte sich feindselig, aber ich sagte ihm, daß er gar nicht nöthig hätte heftig zu werden, da ich nur gekommen wäre, ihnen die Lehren auseinanderzusetzen, welche der Grund des christlichen Glaubens sind und die Bürgschaft seiner Hoffnung. Die VWsammelten, welche bisher ruhig gewesen waren, erwiederten: „Za es ist unsre Pflicht, nach der Wahrheit zu forschen," und ich zeigte ihnen nun ohne allen Widerspruch, daß Zesus der Messias sei. Der Rabbi wurde dadurch beschämt und erbittert und verließ ohne ein Wort zu sagen das Verhaus. Zch verkaufte einige Bibeln und ging dann nach Hause. Nachmittags besuchte wich der Rabbiner und entschuldigte sich wegen seiner Heftigkeit. Zch erinnerte ihn an seine große Verantwortlichkeit als Lehrer, und an die Schuld, die er auf sich lade, wenn er seine Gemeinde verhinderte nach der Wahrheit zu forschen. Darauf sprachen wir mit Ruhe über die Wahrheiten, gegen die er am Morgen so heftig auftrat. Zch gab ihm ein Evangelium und den wahren Zsraeliten, wofür er sehr dankbar war.

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