Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 7 (7.1849)
- Date
- 1849-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554598-2554606--01044-2556862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IIS i» tiefem Gespräch mit ihm. Er erkannte mich sogleich und fet» grüßte mich, als oh wir alte gekannte wären, mit einem Herz? lichen Salam Aleikum (Friede sei mit Euch). Während die Versammlung ihren Gottesdienst mit der grüßten Eile vollhrachte, besah ich mir die Gesetzesrollen/ welche sehr schön geschrieben und reich verziert waren. Am Schlüsse des Morgengottesdienstes bildeten Chacham Schabsosoi, sein Sohn Ehajim und die übriges Juden, einen Kreis um mich und singen an, mich über verschiedene Gegenstände zu beftagen. Aus ihrer Unterhaltung konnte ich sehen, daß sie von meinem beabsichtigten Besuche unterrichtet seien, daher ich keine Schwierigkeiten fand, sogleich mit der großen evangelischen Lehre von der Versöhnung unsers Heilandes hervorzutreten. Sie hatten nie etwas von dem Evangelium gehört, und da die christliche Religion, wie sie dieselbe vor sich scheu, keinen günstigen Eindruck auf sie machen konnte, so machte die Wahrheit, welche ich ihnen vortrug, sie sehr bestürzt und zog ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich. Sie waren in der That alle begierig, das Buch zu besitzen, welches den unglücklichen Fall und das beklagenswerthe Verderben der Menschen schildert, die Reinheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes beschreibt und vor allem den Weg und das Mittel anzejgt, ein gottseliges Lebe» zu führen und den Tod des Gerechten zu sterben. Ich schickte E. nach einigen Neuen Testamenten, die ich in der Synagoge percheilte, und ging dann mit dem Rabbi, seinem Sohne und einigen andern Juden, um mit ihnen in ihrer Laubhütte zu frühstücken. Den übrigen Theil des Tages verbrachte ich mit ihnen in freundlichen Unterredungen. Als sie des Abends alle in die Synagoge gingen, blieb C. bei mir, der mit dem Lesen des Neuen Testaments beschäftigt war. Plötzlich hielt er inue, und, indem er meine Hand ergriff, sprach er mit stotternder Stimme: „Ich wünsche. Sie nach Bagdad zu begleiten und daselbst die Religion anzunehmen, von der ich fühle, daß sie wich allein vom ewigen und unvermeidlichen Verderben erretten kann." Er sprach dies mit solcher Wärme und Aufrichtigkeit aus, daß ich wie versteinert dastand. Nachdem