Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 6 (6.1849)
- Date
- 1849-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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103 kenntniß hatte, forderte ihn öfter auf, in die Kirche zu gehen, er aber erwiederte stets, ich begnüge mich mit der Lesung des N. T., und da er es ihm wies, und jener nun sah, daß es eine ketzerische Uebersetzung von Luther sei, so trachteten die Hausgenossen alle danach, ihn mit den gütigsten Anerbietungen zu ihrer Kirche zu locken und ihm das luth. N. T. fortzunehmen. Nun kam auch ein Schreiben von den Eltern, welches verlangte, daß Zoseph einen Ort verlassen sollte, in welchem kein Jude wohnte, und so entschloß er sich 4 um den Lockungen der Leute zu entgehen und der Eltern Willen zu thun, fortzuwandern, und nahm seinen Weg nach E., wo er am 1t. August. 1833 anlangte. Hieher war er von einer inneren Stimme gewiesen; hier glaubte er sich in seinem Handwerk zu vervollkommnen und zur Klarheit zu gelangen über seinen Uebertritt. Er gerieth aber zuerst in große Leiden und Verzagtheit. Denn er wurde vom Nervenfieber ergriffen und kam dem Tode nahe; er betete und dabei kam chm in den Sinn: sollte ich diese Leiden und den Tod verschuldet haben, weil ich die Gebote Gottes übertreten, und Vater und Mutter nicht geehrt hätte und mich von meinen mich so liebenden Geschwistern gewandt Hätte? Zeige mir, flehte er oft, Herr Gott, meine Sünde und vergieb sie mir und lindere meine Krankheit. Der Arzt gab die Hoffnung zur Genesung auf. Da rief er eines Tages den Heiland an, und forderte, daß er, der so vielen Tausenden ein Trost wäre, ihm erscheinen möchte, und ihm helfen zum Frieden der Seele, und daß er seine Eltern noch einmal sähe. Er befand sich aber im städtischen Krankenhause; und da der damalige Hr. Pastor D. in E. dasselbe öfter besuchte, so ttat er auch zu dem Lager des Joseph heran, und da er ihn zu seiner Verwunderung schon vorbereitet fand, so ermahnte er ihn, feine Sünde dem Herrn Zesu zu bekennen und Vergebung derselben bei ihm allein zu suchen. Er hinterließ für den Kranken ein Psalmbüchlein für den Fall, daß ihm das Lesen gestattet würde. Und als Joseph in der Genesung so weit vorgerückt war, las er oft unter Gebet zu dem dreieinigen Gott in diesem Büch-