Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 6 (6.1849)
- Date
- 1849-06-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2554598-2554605--01032-2556849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
daß ihre Fremde in Bagdad ihnen dieselben zugeschickt Häm». Zch freute mich darüber, das Evangelium von den Zudea selbst über die Grenze unsres Wirkungskreises verbreitet zu sehen. Die Chachamim (Rabbiner) kehrten mit mir nach meiner Wohnung zurück, wo wir eine andere lebhafte und ernste Untersuchung der Wahrheit hatten, die bis Mittag dauerte, wo sie daun nach Hause gehen mußten, um sich zum folgenden Festtage vorzubereiten, ich aber traf Anstalten zu meiner Abreise. Um 4 Uhr verließ ich Zakho; mein Wirth Chacham Rachmim und andere begleiteten mich bis an den Fluß und nach vielen gegmseitigen Gläckswünsche» und Versicherungen, mit einander in einem briesiichem Verkehr zu bleiben, stürzte ich mich in den Ehrbar und war bald aus dem Gesichte meiner ängstlich nachsehenden Brüder. Unser nächster Haltepunkt war 14 Stunden entfernt, daher es große Anstrengung kostete, mit unfern ermatteten Thieren dm Ort bis zum nächsten Morgen zu erreichen. Am entgegengesetzten Ufer des Flusses vereinigte sich mit uns eine Gesellschaft Araber und mit ihnen arbeiteten wir uns schnellen Schrittes über die Ebene hinweg. Wir kamen vor mehreren christlichen Dörfern vorbei, wo wir von Hunderten wüchender Hunde angefallen wurden, welche dazu gehalten werden, gegen nächtliche, unfteundüche Eindringlinge Wache zu halten. Den 12. Oktober. Mit Tagesanbruch näherten wir «nS dem Tigris, wo der Weg plötzlich wellenförmig und rauh wurde. Als wir den felfigten Pfad herabstiegen, bekamen wir Zezireh zu Gesichte mit allen Reizen einer morgenländischm Stadt. Wir überschritten den Fluß auf einer Schiffbrücke und befanden uns dann in der Mitte einer ununterbrochenen Reihe von Ruinen, welche in der Entfernung höchst anziehend und zauberisch erschienen. Zch überreichte meine Empfehlungsbriefe, welche der Consal in Mosul mir freundlichst mitgegeben hatte, und erhielt in dem Hause des Herrn S. Anthon, eines reichen Syrischen Katholiken, eine bequeme Wohnung. Zezireh ist nach der Ueberlieferung der Eingeboruen eine sehr alte und berühmte Stadt. Die Stürme der Zeit und der gemeine