Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1849-06-01 · 6 (6.1849) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
6 (6.1849)
Date
1849-06-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2554541-2554598-2554605--01030-2556847
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sprache, die sich wenig von der Persischen unterscheidet, Geschichten von ihren frühem Abenteuern, zwei andere von den Mord» thaten, die sie ohne dafür gestraft zu werden begingen, während noch ein anderer den Bey und Muhamed Pascha fluchte, weiche sie unterjochten und ruinirten, und versicherten noch, daß wenn sie sich nicht vor den Osmanen oder Türken fürchteten, ich nicht das Wasser des Chebar (ein Fluß nahe Zakho) kosten sollte. Diese Unterhaltung erfüllte mich natürlich nicht mit großem Vertrauen zu dem Volke, unter welchem ich mich unglücklicher Weise befand. Aber was sollte ich thun? Fern von allem menschlichen Schutze und menschlicher Hülfe, fühlte ich die Gegenwart meines Erlösers desto näher, und übergab mich gänzlich dem, dessen Schutz ich so oft und in den gefahrvvllstm Tagen erfahren hatte. Zch legte mich auf einen Teppich nieder und schlief bis die Hellen Wolken am östlichen Himmel den Anbruch des Tages verkündigten. Zch weckte sogleich meine Bedienung und die Maulthiertreiber, und ehe die Bewohner des Ortes unsre Abreise gewahrten, waren wir weit über die Felsen und Berge, welche diese Bergbewohner umgeben und einschließen. Am 10. reisten wir durch verschiedene Thäler und Hohlwege, die von Felsmaffen und reich belaubten Eichen beschattet waren. Zu Mittage kamen wir an die Ufer des Chebar, wo wir ein wenig ruheten. Hier sing die Gegend an sich in wilde Berggipfel zu gestalten bis wir in die Ebene von Zakho kamen. Um 4 Uhr erreichten wir die Stadt desselben Namens, und in dem Hause Howoje Nahums, des Vorstehers der Zuden, wurde ich fteundlich bewillkommnet. Zakho liegt auf einer Znsel im Chebar. Es war ftüher eine volksreiche und sehr bedeutende Stadt, aber der grausame Despotismus der Herrscher hat die Gegend verwüstet und die Bevölkerung sehr zusammen geschmolzen. Gegenwärtig hat die Stadt 150 Häuser, von denen 100 vonZuden bewohnt werden. Während meines Aufenthalts daselbst, besuchten mich die angesehensten Juden, mit denen ich sehr interessante Unterredungen hatte. Chacham Rachmim, Hauptrabbiner von Mesopotamien, war gerade

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.