Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 5 (5.1849)
- Date
- 1849-05-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 ~w Nach Beendigung seiner Lehrjahre dachte er daran, sich nach E. zu begeben, wo die Seidenweberei sehr blühte, und wo er sich zunächst in seinem Handwerk auszubilden gedachte. Er nahm nun von seinem Bruder und seiner Schwester, welche in D. in Rheinbaiern verheirathet war, Abschied, um nach Preußen zu ziehen, begab sich nach Worms über Frankfurt a. M. Da wurden aber seiner Weiterreise Schwierigkeiten gemacht, weil er noch nicht militairfrei war, so daß er über Würzburg wieder nach Hause reisen mußte. So überraschte er den 27. Oktober 1831 seine greisen Eltern, sie erkannten den Joseph nicht und erst nach einigen Stunden, da er von ihrem Ergehen Vieles erkundet hatte, gab er sich zu erkennen und siel ihnen um den Hals, und rief: ich bin Euer Joseph, den Ihr 5 Jahre nicht gesehen habt. Auf ähnliche Weise ging es ihm mit seinen beiden Brüdern in M., bei denen er einen ganzen Sabbath zubrachte, und denen er von ihrem Bruder Joseph erzählte, ohne daß sie ihn erkannten. Dort nahm er in einer Fabrik Arbeit. Zn derselben arbeiteten noch 100 Gesellen, und so lebte er unter Christen, aber noch mehr freute es ihn, daß der Herr der Fabrik ihm zur Bedingung gemacht hatte, daß er am Sabbath arbeiten müßte, dafür aber den Sonntag frei hätte. Nun konnte er am Sonntag in den christlichen Gottesdienst gehen. Unter den vorhandenen Gesellen waren Religionsstreitigkeiten zwischen den Evangelischen und Katholischen. Das brachte ihn zuerst auf den Unterschied der Confessionen. Nun hat er einen Gesellen zum Freunde, Namens Z., der Evangelisch war, und sich durch sein solides Betragen hervorthat. Dieser behandelte ihn wie einen Bruder. Er nahm ihn zuerst in eine Evangelische Kirche mit, und da sprach ihn das Einfache des Baues und die Prunklosigkeit also an, daß er sie mehr liebte als die 48 prachtvoll geschmückten katholischen Kirchen. Die erste Predigt aber, die er da hörte über Zesaias 62, 2. machte einen unauslöschlichen Eindruck auf ihn. Es wurde ihm da vieles über Israel klar; in den katholischen Predigten hatte er niemals so Etwas gehört. Mit den angenehmsten Empfindungen und voll Dank gegen den Herrn