Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 5 (5.1849)
- Date
- 1849-05-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 verließ rr das Evangelische Gotteshaus. Sein Freund war darüber überaus glücklich, noch mehr aber, als Zdseph ihn bat, ihn doch in seinem neuen Testamente lesen zu lassen, und ihn öfter in die Kirche mitzunehmen. Er forderte Joseph auf, zum Hofprediger B. zu gehen, und ihn um ein N. T. zu ersuchen. Das ihat Joseph, erhielt das Gewünschte unter den freundlichsten Seegenswünschen. : Nun brachte Joseph seine Winterabende mit Lesen des N. T. zu. Seine Brüder fragten ihn oft, warum er in diesem Buche so eifrig lese, allein er konnte ihnen nichts weiter antworten, als: ich kann von diesem Buche nicht lassen, und da ich noch nichts Unrechtes darin gefunden, so muß ich's auslesen, um zu wissen, was der Christen Lehre ist. Zu seinem Erstaunen fand er einst die Stelle, die der alte Hubert ihm zuerst gesagt hatte: Was zum Munde hineingeht verunreinigt das Herz nicht, ferner, Zesus von Nazareth, König der Juden, was über dem Kreuze im Bilde stand. Und endlich fand er das Vater Unser, und daß es Christus selber so betete wie der Greis Hubert. Darüber empfand er eine gewisse Beruhigung und Freudigkeit, und fühlte, daß ihn Gott der Herr bisher in Allem geführt hatte. Eins aber machte ihm große Zweifel. Er hatte oft genug gehört, daß der Erlöser der Juden in großer Herrlichkeit kommen sollte, hier aber fand er Christum so tief erniedrigt. Er gewann Zutrauen zu seinem Freunde Z., und entdeckte ihm seine Zweifel. Dieser war wohl unterrichtet und konnte ihm Bescheid geben; er wies ihm in den Propheten nach, daß der Messias, ehe er in der Herrlichkeit erscheinen könne, in großes Elend und Leid kommen würde, und legte ihm die Stelle aus: mußte Christus nicht solches alles leiden. Die Wahrheit schlug bei Joseph ein, er sagt selbst, er empfand die Wahrheit des Evangelti in seinem Herzen, und ging nun in Verschwiegenheit über sein Glück einher, daß er Licht bekommen habe über Dinge, die kein Jude ihm klar machen konnte. Er hatte davon seinen Brüdern selbst nichts mitgetheilt, obgleich diese über sein stilles und einsames Leben sich äußerten und nach dem Grunde forschten. (Fortsetzung folgt.) Dies Blatt erscheint monatlich in einem Bogen und kostet der Jahrgang 1v Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Gedruckt «nt» in EomUiission bei Trowitzsch und Schn in Frankturt a. d. O.