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Dibre Emeth · 1849-05-01 · 5 (5.1849) · page 21

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Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
5 (5.1849)
Date
1849-05-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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85 Anstatt der Art sich befand. Seine Abneigung dagegen äußerte er vergebens, sejs Bitten und Fichen, ihn eine Profession lernen zu lassen, wurde nicht erhört, er mußte nach H. Sem Abschied vom Nachbar war erschütternd. Er forderte ihn auf bei ihm zu bleiben: Du wirst doch kein Rabbiner, sagte der Greis zum Knaben, das weiß ich sicher. Der 13jährige Zoseph erwiederte: ich glaube es auch, aber ich muß doch, und ging mit Wehmuth davon. Zoseph kam nun zu Rabbi B., einem ernsten, strmgev Mann, bei dem das A. T. in kauderwelsches Deutsch übersetzt und die Gemara fleißig studirt wurde. Dem Geiste Zoseph's sagte beides gar nicht zu; bei manchen Stellen kam ihm manches bei Hubert Gehörte in's Gedächtniß; er glaubte den Auslegungen des Lehrers wenig, so sehr dieser, seinen langen Bart streichend, chre Wahrhaftigkeit auch betheuerte. Bon seinem Unglauben aber ließ Joseph nichts merken. Da wurde der Rabbi B. feiner Stelle enthoben und versetzt, und dessen Sohn versah nun das Amt. Dieser war leichtsinnig, und spielte mit seinen Schülern, selbst um Geld, woran Joseph jedoch nicht Theil nahm, und worüber er seinen Eltern klagte, was aber nicht half, denn diese wiese» ihn an, nun für sich das A. T. zu treiben, da sie ihn »ach Haufe nicht nehmen konnten. Der alte Hubert vergaß seine« Zoseph in der Fremde nicht, er schrieb ihm bisweilm, und schickte ihm kleine Zeichnungen von feiner Hand. Eine von diesen wachte besonders auf Zoseph tiefen Eindruck. Sie stellte dar die jüdische Synagoge seiner Heimaih und daneben die katholische Kirche, an deren Fronte Christus, am Kreuze zu sehen war, über dmselben Jehova zu lesen Und mit hebräischen Lettern Zefus von Nazareth, König der Zuden. Dies Bild bewahrte Zoseph sorgfältig; er erkundete bei seinen Mitschülern die Bedeutung der Zuschrift, hörte aber nur Spott und Hohn und das entfernte ihn noch mehr von chnen. Nach zweijährigem Aufenthalt in H. wurde Zoseph Wieder, nach seiner Heimath zurückgeruftn. Daselbst erfuhr er eine gnädige Lebensrettung; dem» da er nach Mischer Sitte sich

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