Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 5 (5.1849)
- Date
- 1849-05-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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82 an und baten mich, meine Wohnung in einem ihrer Häuser aufzuschlagen. Ich unterhielt mich mit ihnen ungefähr 20 Minuten und bat sie dann um Erlaubniß, ihnen in ihrer Synagoge die frohe Botschaft zu verkündigen, welche mich bewogen hätte, die beschwerliche Reise zu ihnen zu machen. Sie alle gaben einmüchig ihre Zustimmung dazu, und zur bestimmten Zeit ging ich, begleitet von Zehuda, ihrem Burgemeister, in die Synagoge. Das Bethaus, obschon geräumig und 300 Personen fassend, war gepfropft voll von Juden, deren Anzug, Betragen und Physionomie gewaltig an jene halsstarrigen und widerspenstigen Stämme erinnerten, über welche alle Propheten klagen und über welche der barmherzige Heiland weinte. Zn meiner Ansprache war mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet, das Gefühl ihrer großen Versunkenheit und äußerst großen Schuld in ihnen hervorzurufen, und dann ihnen zu zeigen daß kein anderes Heilmittel für die ekelhafte Krankheit unserer Seele vorhanden sei, als in dem vollkommenen Opfer des Messias, durch dessen Blut die herrliche Erlösung allein vollbracht werden konnte. Am Schluffe meiner Ansprache bemerkten die Rabbiner, daß sie Alleswas ich gesagt hätte, glauben wollten, wenn ich das göttliche Ansehen des Thalmuds anerkennte. Darauf erwiederte ich, daß das Wort Gottes die volle Offenbarung seines Willens und alles Das enthalte, was nothwendig ist uns durch dieses Thränenthal zu geleiten, bis wir durch die Pforte des Todes in das Paradies Gottes ringehen; und da der Thalmud zwecklos und dem Inhalte und Geiste des Wortes Gottes entgegen ist, so muß er von jedem verständigen und gewissenhaften Juden verabscheut und verworfen werden. Es war nun beinahe Zeit zum Nachmittags-Gottesdienste, und da sie ihre Maulthiere und Esel tränken mußten, so zerstreuten sie sich alle. Dann kehrten einige zur Synagoge zurück, und andere setzten sich nieder aufs Gras und auf mein Gebäck, das Neue Testament und verschiedene Traktate zu lesen, die ich zu ihrem Gebrauche hingelegt hatte. Am Abende lud mich der Kiahja zu Tische, und da ich