Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 1 (1.1849)
- Date
- 1849-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 i-; Zur Zeit als bereits schon Tiberius, Calligula und Claudius mit ihren Greueln den Schauplatz verlassen hatten, unter Nero'S Regierung schrieb Paulus die angeführten Worte, die von der Erhabenheit und Größe seiner Gesinnung zeugen; denn er, so wie alle Männer Gottes, unterscheiden Amt und Person. Sie lehren, daß wir die Obrigkeit, auch die schlechte, noch als eine Wohlthat ansehen müssen im Vergleich zu der Anarchie und völligen Gesetzlosigkeit. Sie waren durch die Geschichte belehrt, daß die Obrigkeit von Volk's Gnaden zur größten Tyranuei führte — und daß deshalb der einzig richtige Gesichtspunkt der ist: die Obrigkeit als Gottes Dienerin zu betrachten und sie als solche in ihrem Amte zu ehren. Sie verabscheuten jede Empörung als eine ungerechte Selbsthülfe, die dem Willen und Gerichte Gottes vorgreift, der „ohne Ansehen der Person" richtet und die Hohen vom Throne stürzet; solches aber nicht thut durch die Gottesfürchtigen, sondern die Bösen durch die Bösen straft; denn die Gottlosen müssen, da sie nicht den guten und wohlgefälligen Gottes- Willen ausführen wollen, Zhm dienen als Zuchttuthen gegen Hohe und Niedere. Die Apostel und alle wahren Christen waren aber weit entfernt von Menschendienst. Der gefangene Paulus verkündigt als ein innerlich Freier dem königlichen Felix die Buße und das Gericht und predigt dem Ausschweifenden die Keuschheit. So aber hat jedes Jahrhundert der christlichen Zeit Männer des Glaubens aufzuwrisen, die bei aller Ehrfurcht vor der obrigkeitlichen Gewalt, den Fürsten und Beamten, so sie persönlich Gottes Gebote übertraten und gegen Einzelne oder die Massen ungerecht handelten, muthig mit Gottes Wort unter die Augen ttaten und das Böse rügten. Luther, dieser ächt deutsche Mann, verabscheute jegliche Empörung und schrieb gegen die rebellischen Bauern; aber ebenso unumwunden hatte er schon zuvor in seinem Büchlein gegen den Adel sich ausgesprochen. Freilich, wer wie Herr PH. dem Geiste unserer Zeit huldigt und daher die Revolution als etwas Gerechtes ansieht und von ihr Israels und der Völker Heil erwartet, der kann nicht anders urtheilen als er es in der Anmerkung gethan hat. .Damit stellt sich aber der Herr Rabbiner auf