Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 9 (9.1848)
- Date
- 1848-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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153 ihrem Geliebten eine heilsame Wahrheit verbirgt, weil sie ihn für einen Angenblick umngenehm berühren könnte, ist nimmermehr eine wahre und -es Namens der Liebe werth, sondern nur, eine tadelnswerthe Schwäche oder gar nur rin selbstsüchtiges Haschen nach dem Beifalle der Menge. Möchte Israel dies erkennen! Möchte es einsehen, daß nicht die seine Freunde find, die ihm nur schmeicheln und von hohen Dingen reden, wie auch zu den Zeiten der Propheten nicht diejenigen des Volkes Freunde und Wohlthäter waren, die da immer nur riefen Friede! Friede! und es war doch kein Friede, sondern diejenigen waren es, die da zu ihm sprachen: Nur erkenne deine Missechat, und daß du wid« den Herrn deinen Gott gesündigt hast! Aber worin soll denn nun diese Schuld Israels bestehen, um welcher willen sie nun schon fast 1800 Zahre in der Zerstreuung fich befinden? Bei jener ersten Wegführung des Volkes nach Babylon waren die Ursachen derselben klar. Der immer erneuerte Götzendienst und die zu Jerusalem im Schwange gehende Ungerechtigkeit und Lasterhaftigkeit aller Art führte die Auflösung -es Staates als eine Strafe und ein vothweudiges Heilmittel für das entartete Volk herbei. Aber war das zur Zeit der Zerstörung des zweiten Tempels auch so? Waren die Juden damals auch noch Götzendiener, oder waren sie lasterhafter als andere Völker? Davon sagt die Geschichte nichts. Oder haben fie in der nachfolgenden Zeit fich einer Nichtachtung des ihnen von den Vätern überlieferten Gesetzes oder anderer großen Schmrde uyd Last« schuldig gemacht? Das können doch selbst ihre ärgsten Feinde ihnen nicht mit Grund nachsagen. Ihr Eifer für das väterliche Gesetz war vielmehr auch in der Verbannung aus ihrem Vaterlande allezeit groß, ja so groß, daß er sie in die p«nlichste AenMlichkrit in Beziehung auf die einzelnen Gebote desselben hiueinführte (man denke z. B. nur an die vielfachm iw Talmud ausgestellten bis ins Einzelnste gehenden Borschuften üb« die Fei« des Sabbaths und an unzählige ähnliche Dinge, wodurch der Jude fast bei jedem Schritte ein Gebot, daihn leiten sollte, zu «Me» oder etwas Verbotenes zu meiden hatte) und wM auch