Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1848-08-01 · 8 (8.1848) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
8 (8.1848)
Date
1848-08-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554584-2554593--00846-2556653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

134 festen Gestalt als ihren Vätern, nicht mehr als Straft für irgend eine Schuld, nicht mehr als ein Zeichen der göttlichen Ungnade, ja überhaupt nicht, als etwas, das mit Rücksicht auf Zsrael selbst verhängt sei, sondern sie erscheint ihnen nur als das nöthige Mittel in der Hand der Vorsehung, um die Zuden zu ihrem Berufe als einstige Reformatoren der ganzen Menschheit auszubilden und sie durch lange und harte Prüfungen als das treue Volk Gottes, als das Religionsvolk zu bewähren. Weit entfernt alsodaß die, welche so gesinnt sind, noch ferner um Aufhebung dieser Zerstreuung beten sollten, so halten sie dieselbe vielmehr in anderer Beziehung für ein Glück und für eine Gelegenheit auf alle Völker, unter denen sie zerstreut leben, einen Einfluß zu gewinnen, wen« nur erst die Schranken, welche sie noch von denselben trennen, werden gefallen sein. Und so ist es denn auch nicht zu verwundern, wenn die unter uns lebenden Zuden in dem Streben diese trennenden Schranken ihrerseits, so viel an ihnen ist, zu durchbrechen, es den Christen gleich zu thun suchen in allen äußerlichen Dingen, selbst in dev äußerlichen Formen des Gottesdienstes, indem sie Synagogen im Baustyle und nach der inneren Einrichtung evangelischer Kirchen aufführen, die Amtstracht christlicher Geistlichen nachzuahmen, Chorgesang, Orgel, deutsche Predigt und dergleichen einzuführen suchen, ja wen« sie nicht bloß die Beobachtung einzelner lästigen im Gesetz vorgeschriebener Ceremonien fast allgemein vernachlässigen, sondern wenn die hierin am weitesten gehende Partei sogar das ganze Gesetz als eine veraltete, nur einer vergangenen Zeit angehörende Einrichtung, die unter den jetzigen Verhältnissen nur eine durchaus unpassende und überflüssige Last geworden sei, von sich abzuwälzen suchen. Das Alles müssen wir unter solchen Voraussetzungen, als diejenigen sind, von denen die der Reform im ZüdenthuMe huldigenden Zsraeliten ausgehen, ganz natürlich finden. Aber was sagt die Schrift zu diesen Voraussetzungen und den daran geknüpften Folgerungen? Sehen wir uns nun, um diese Frage beantworten zu könnenin der heiligen Schrift um nach ihrem Urtheile über dirft Sache,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.