Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 7 (7.1848)
- Date
- 1848-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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120 allezeit als ein belebender und zu seiner Zeit alles durchdringender Sauerteig zu dienen. Dieser Behauptung begegnet man jetzt von jüdischer Seite in Tagesblättern und Broschüren wie in größeren Werken, in Prosa wie in Versen häufiger als irgend einem anderen Satze und unter den mannigfaltigsten Formen wird dieselbe wiederholt, mannigfaltige Consequenzen zur Verherrlichung des Zudenthumß und zur Herabsetzung des Christenthums werden daraus gezogen. Namentlich sucht man in Folge dieser Behauptung das Christenthum nur als eine von dem Zudenthume ausgegangene Misston darzustellen um demselben dann vorwerfen zu können, es habe diese Mission schlecht erfüllt, indem es durch seine Trinitätslehre und seine Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben die Menschen vom reinen Monotheismus und der reinen menschlichen Moral ab in ein Gebiet dunkler Glaubenssatzungen geführt habe. Das Zudenchum dagegen, sagt man dann weiter, sei reiner Monotheismus und reine Moral, und daraus gehe dann für die Juden, als die natürlichen Träger des Zudenthumrs, jetzt die Aufgabe hervor, die Mission, welche das Christemhum schlecht erfüllt habe, nun ihrerseits selbst zu übernehmen, sie in ihrer ganzen Reinheit aufzufassen und durch die Bekehrung der Christen zu den in ihrer Reinheit aufgefaßten Ideen des ZudenthumeS zu vollenden. Kein Wunder ist es daher, daß die mit solchen Ansichten und Ideen erfüllten Juden der neueren Zeit dem Chrtstenthume fast eben io schroff und feindlich gegenüber stehen als ihre Väter, und auf dasselbe wenigstens hoch herabsehen zu können meinen, als auf eine untergeordnete Form der Religion. Aber was jagt die Geschichte, was sagt die H. Schrift zu solche» Behauptungen und Schlüffen? Allerdings sagt die H. Schrift, wie wir oben ausführlich nachgewiesen haben, daß die Offenbarung, welche Gott dem Abraham gab, nicht für ihn allein sollte bestimmt sein, sondern daß die Zeit kommen werde, wo die ihm mitgetheilte heilsame Erkenntniß ein Gemeingut aller Völker auf Erden werden solle, aber sie sagt nirgends, daß Abraham diese Verheißung so verstanden habe, als habe nun