Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 7 (7.1848)
- Date
- 1848-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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IIS Doch es »st Zeit, daß wir nun weiter gehen und sehen, was der Thalmud zu den andern Stellen sagt. Ueber Zerm. 33, 14—16. findet sich keine Bemerkung darin. Es läßt sich aber wohl mit Gewißheit annehmrn, daß dir Verfasser des Thalmuds Liese Stelle ebenfalls von dem Messias verstanden haben werden, da sie ja fast dieselben Worte enthält, wie die eben besprochene. Ueber Sach. 9, 9. und Daniel 7, 13. findet sich aber im Traktat Sanhedrin Fol. 98, 1., wo von der Zeit der Erscheinung des Messias die Rede ist, folgende Erklärung: Rabbi Zosua, der Sohn Levi, warf die Frage auf: Es steht geschrieben: (Dan. 7, 13.), „Und siehe, es kam einer in des Himmels Wolken, wie eines Menschen Sohn;" und es steht (wiederum) geschrieben: (Sach. 9/9.)- „Arm und reitend auf einem Esel." Die Antwort darauf ist: Sind sie — nämlich die Juden — rein, (121) so kommt er in den Wolken des Himmels; sind sie aber nicht rein, so kommt er arm und auf einem Esel reitend. Wir sehen also, daß der Thalmud auch diese beiden Stellen von dem Messias versteht, wenn wir auch seiner Erklärung und Anwendung nicht beistiwmen können, sondern sie ebenfalls wieder für ganz verfehlt und falsch erklären müssen. Von der Bedingung, von der er die Erscheinung des Messias entweder in Herrlichkeit oder in Niedrigkeit abhängig macht, ist doch wahrlich in Liefen beiden Stellen nicht die Rede, und kann auch der Natur der Sache nach nicht die Rede sein. Der einfache Sinn beider Stellen ist, wie rin Zeder beim ersten Uebcrblick sieht, daß der Messias nach Sach. 9, 9. als ein Erlöser kommt, und darum arm und niedrig, wie nach vielen andern Weissagungen, die vom Thalmud ebenfalls von dem Messias verstanden werden; nach Dan. 7, 13. aber kommt er als der Richter der ganzen Welt und darum in den Wolke» des Himmels und in großer Herrlichkeit, Beide Erscheinungen aber sollen und müssen ohne alle Bedingung des Volkes Israels erfolgen. Von einer Erscheinung des Messias in Herrlichkeit könnte aber auch darum nicht die Rede sein, wenn sie von der Reinheit Israels abhängig gemacht würde, weil Israel nie in einen solchen Zustand der Reinheit kommen wird