Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 6 (6.1848)
- Date
- 1848-06-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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101 Gottes über Abraham nicht bloß ein irdischer, daß er solle ein reicher Mann werden und ein großer Herr auf Erden und daß er eine zahlreiche Nachkommenschaft solle haben, die aus vielen Völkern und Stämmen bestehen werde, sondern der Segen Gottes über Abraham war ein weit größerer. „Du sollst ein Segen sein" sprach der Herr zu ihm. Abraham also, der Berufene und von Gott Gesegnete, sollte nach Gottes Willen von nun an ein Segen sein, als der Inhaber eines große« unvergänglichen Gutes sollte er dastehen, welches Alle, die desselben mit ihm und durch ihn theilhastig werden, segnet und als Gesegnete Gottes, sie zeitlich und ewig beglückt. Und was diese Worte „du sollst ein Segen sein" ausdrücken, dasselbe sagt noch einmal mit nachdrücklicher Wiederholung der Zusatz „und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." Der Segen Gottes über Abraham sollte also nicht auf ihn allein gehen, sondern indem er gesegnet wurde, so wurden in ihm schon alle Völker der Erde, gleichsam im Voraus mit gesegnet, denn in Abrahams Hand legte der Herr schon damals dasjenige nieder, was allein ein Segen zu heißen verdient, wovon alles wahre für Zeit und Ewigkeit dauernde Glück abhängt. Und was der Herr damals verheißen hat, was er damals durch Abraham der Menschheit aus Gnaden zu geben anfing, dessen Erfüllung und Fortgang sehen wir in der Geschichte der Vorzeit sowohl als an uns selbst und an dem, was noch täglich geschieht, so daß also die dem Abraham gegebene und durch Mosen der Kenntniß der Nachwelt überlieferte Verheißung auch durch den Erfolg sich so gerechtfertigt hat wie es eben nur eine Verheißung des Allmächtigen vermag. Denn was ist ein Segen zu nennen auf Erden? Was verdient ein solches Gut zu heißen, in dessen Besitze alle Völker auf Erden sich befinden können und sich glücklich schätzen dürfen, wenn sie es haben? Ist das nicht die Erkenntniß Gottes und seiner Wege? Ist das nicht die Gemeinschaft mit Gott und das Bewußtsein seiner Gnade? Was wäre doch ohne die Erkenntniß, ohne die Gnade Gottes alles irdische Gut und alle irdische Freude? Wer unter uns den Herrn er-