Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 6 (6.1848)
- Date
- 1848-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 das Alte Testament und das Zudmthum übereinstimmen? Die Juden werden Wohl ziemlich ohne Ausnahme diese Frage verneinen. Denn die Erwartung von dem Messias, als einem irdischen und weltlichen Könige und Befreier vom fremden Zoche, die schon zur Zeit des Herrn Zesu so allgemein unter ihnen verbreitet war und so tiefe Wurzel unter dem Volke geschlagen hatte, daß sich selbst die Jünger des Herrn vor der Ausgießung des heiligen Geistes und ohne besondere Offenbarung nicht völlig davon lossagen konnten, hat sich seitdem nicht nur unter ihnen erhalten, sondern sie hat auch noch viel tiefere Wurzel gefaßt. Wie nämlich die Zuden zur Zeit Christi von dem Messias erwarteten, daß er sie als ihr König nicht nur von dem Zoche der Römer befteien, sondern sogar zu Herren über sie, ja über alle Völker der Erde machen würde, so haben sie seitdem gehofft, daß, wenn der Messias kommen werde, er sie aus ihrer Zerstreuung sammeln, nach dem Lande ihrer Väter zurückführen und wieder zum ersten Volke der Welt, ja zu einem Volke machen werde, dem alle andern Völker werden dienen müssen. Diese Idee der Herrschaft des Volkes Israel über die andern Völker der Erde, hat sich sogar unter den neuern Zuden, die sich doch sonst, durch ihre Reform, thatsächlich von dem atzßn Zudenthume losgesagt und etwas ganz Neues an dessen Stelle gesetzt haben, wenn auch in einem seinen! Gewände behauptet. Denn wenn sie auch, wie allgemein bekannt, die Persönlichkeit des Messias leugnen und dagegen, wie sie es zu nennen belieben, nur ein messianisches Reich erwarten, das heißt ein Reich, in? dem alle Völker, ja alle Menschen, unbeschadet ihrer verschiedenen Religionen und Confesflonm, ftiedlich und glücklich neben einander, ja unter einander wohnen werden, so meinen und lehren sie doch auch, und stellen es als eine ausgemachte Sache hin, daß sie allein im Besitze der Wahrheit sind, während sich alle andern Völker, die Christen nicht ausgenommen, noch in mancherlei und den gröbsten Zrrchümern befinden, die von der Wahrheit des Zudenthums noch überwunden und besiegt werden müssen. Sie bezeichnen sich somit als dasjenige Volk, welches vermöge der Wahrheit und des Geistes alle andern Völker