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Dibre Emeth · 1848-04-01 · 4 (4.1848) · page 14

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
4 (4.1848)
Date
1848-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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schließen? Noch bedauerlicher, ja empörend ist es, wenn wir weiter lesen: „Ich ging an der Kirche Madonna del Monti vorbei. Da durfte bis jetzt kein Jude Vorbeigehen, ohne sich der Gefahr auszusetzen, ins Gefängnis; .zu kommen und seine Religion abschwören zu müssen, wenn er nicht im Stande war, in einem Zeiträume von 40 Tagen mit einer bedeutenden Geldsumme seine Freiheit zu erkaufen." Wie viel haben wir noch zu beten und zu arbeiten, bis der alte Judenhaß weicht und man in den Söhnen Abrahams die aller Theilnahme der Liebe werthen Nachkommen des Vaters aller Gläubigen erblickt! Es ist mir lieb, auch etwas Lieblicheres mittheilen zu können. Am 16. Januar hatte der Berein der Freunde Israels zu Straßburg sein Zahresfest. Er war im letzten Jahre mit 20 Proselyten in Verbindung getreten. 4 Israeliten wurden getauft und standen in besonderer Pflege des Vereins, und auch für 3 Kinder, die dem Berein übergeben wurden, daß sie als Christen erzogen werden, wurde gesorgt. Seine Einnahme betrug 4155 Franken, reichten aber nicht hin, um alle Ausgaben zu decken. Unter den Einnahmen sind auch 20 Franken von einem Proselyten, der in Preußen vor etlichen Jahren getauft worden, aber leider nicht die gehörige Seelenpflege fand und, um sich manchen Versuchungen zu entziehen, nach Frankreich kam. Auf seiner Reise gingen ihm die Mittel aus. An seine Verwandten nach dem Fleisch konnte er sich nicht wenden; er wandte sich daher an den Berein, der ihm 20 Kranken zur Fortsetzung seiner Reise gab. Er fand in seinem Handwerk Arbeit und Verdienst und hat nun das ihm Gegebene mit Dank wieder zurückerstattet. Der hiesige Verein hat den Grundsatz, nach Wahrheit fragende Juden nicht von Ort zu Ort zu senden, was nur große Unkosten verursacht und den Seelen der Umherwandernden schadet; auch nicht schnell zu taufen und dann den Getauften sich selbst zu überlassen, was bequem aber gewissenslos ist, sondern die Juden gründlich unterrichten zu lassen und solche, die keinen eigentlichen Beruf haben, in die Lehre zu thun und, wenn es auch zwei bis drei Jahre dauert, darinnen zu lassen und sich ihrer anzunehmen, damit sie als Christen im Stande sind, auch ihr eigenes Brod zu essen und nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft zu sein. Bei dieser Gelegenheit müssen wir auf das wahrhaft bischöfliche Schreiben des Herrn Bischofs in Jerusalem, das sich in No. 1. des Calwerblattes von diesem Jahre findet, aujmerksam machen, in welchem derselbe so WÄhr über die Pflicht der Proselytenpflege Folgendes sagt: „Ich muß mich an alle Gläubigen wenden und sie an ihre Verpflichtung erinnern: denn in dem Berhältniß, wie wir dazu beitragen, daß

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