Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 4 (4.1848)
- Date
- 1848-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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63 sende als zu läugnende Wort — Einheit der Religion und des Lebens — innerhalb der Abgeschlossenheit des jüdischen Volkes in einer Weise verwirklicht hat, von deren Richtigkeit die Geschichte eben dieses Volkes die leuchtendsten Beweise giebt. Denn der Glanz, der in den Tagen David's und Salomo's Israel umstrahlte. die Macht, durch die es damals die übrigen Völker überragte, stammt lediglich aus dieser wunderbaren Gesetzgebung und ihrem gesicherten Bestände, während das Weichen von ihr, welches stets ein Weichen von Gott war, Israel zu einer Beute der Völker gemacht hat. Israel sollte ein Gottesstaat sein, in welchem der Einzelne nicht dem Staate und der Religion als zwei verschiedenen Herren dienen, nicht in einen bürgerlichen und religiösen Menschen zerrissen sein, sondern in dem Ein Gott und dieses Gottes unmittelbares Gesetz regieren und alle Verhältnisse gestalten sollte. Darum bilden die feierlich auf dem Sinai geoffenbarten 10 Gebote als die Summe des göttlichen Willens den Mittelpunkt und die Grundlage der ganzen Gesetzgebung, der rituellen sowohl, als der bürgerlichen, indem jene in ihren sinnvolle» Bildern und Uebungen die ewigen Wahrheiten des DecalogS verkörpert und alle Lebensgebiete auch in eine äußerliche Beziehung zu Gott setzt, um damit die innerliche darzustellen und diese das ewige Bundesgesetz in den Schranken der Gesellschaft verwirklicht und ihr eine demselben entsprechende Gestalt giebt. Gott der Herr, des; die ganze Welt ist, hat Israel erwählt zum Volk des Eigenthums vor allen Völkern, nicht um seiner äußern Vorzüge willen, sondern aus freier Gnade, (5. Mos. 4, 37.; 7, 6. 7.; 10, 15.; >4, 2.) und hat mit ihm einen Bund aufgerichtct (2. Mos. 24, 1 ff.), also daß er der oberste König und Herr des Volkes und ihres Landes, und das Volk „ein Königreich von Priestern" sei, ein heiliges Volk zu seinem Dienst erkoren — dies ist der oberste Grundsatz, vom bestimmendsten Einflüsse auf alle bürgerlichen Verhältnisse. Daraus folgt die Gleichheit aller Bundesglieder vor Gott; sie sind allesammt Gottes Knechte, die er aus Aegypten geführt hat (3. Mos. 25, 42.), aber unter einander sind sie Brüder. (V. 39.) Aber dennoch besteht eine durch Ab-