Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 4 (4.1848)
- Date
- 1848-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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62 hervorgegangen ist, um vier Jahrtausende der Mittelpunkt aller Gottesdienste zu sein, jenes Bcdürfniß, den ungeheuren Widerspruch menschlicher Sündhaftigkeit und göttlicher Heiligkeit zu lösen und zu versöhnen; darum erkennt er es nirgends an, er ignorirt os -gradezu. Er weiß wohl von Gottes Barmherzigkeit hin und wieder etwas zu sagen, „welche der reuigen Seele die Schuld vergeben müsse," und von der Büßfertigkeit, welche, als wäre sie ein Verdienst, „Sündenvergebung bei Gott erlange." Daß aber die Opfer in diesem Verhältniß der reuigen Seele zu Gott eine Stelle einnehmen, daß Gott spricht: „Ich habe das Blut euch auf den Altar gegeben, eure Seelen damit zu versöhnen," (Z. Mos. 17, 11.) daß Gott die Opfer befiehlt und anordnet, und darin eben ihr Werth, die Objektivität ihrer Wirkung, liegt, daß Gott die vollzogene Handlung als das wirklich vollziehend annimmt, wofür sie gegeben worden, daß die Sünden des Volkes gesühnt, hinweggenommen und vergeben sind, sobald der Bock Hinweggetrieben ist in die Wüste: — diese Lehren des A.T. sind für PH. nicht da. Wir rechten gar nicht über die Wahrheit derselben, sondern nur über ihr Vorhandensein in dem Pentateuch, und erklären es für unverantwortlich, sie in einer Darstellung, wie PH. sie unternommen, zu verschweigen. Wir fürchten indeß, unsre Leser zu ermüden, wenn wir uns noch länger mit dieser, angeblich aus dem Mosaismus gezogenen religiösen Zdce aufhalten und namentlich ihr das Sichere und Feste in dem Mosaismus entgegrnstellen wollten, welches Herr Ph. der Berücksichtigung nicht werth gehalten hat. Zudem kann ja die Willkühr gegen die Urkunden der Schrift, deren er sich schuldig gemacht hat, niemandem verborgen sein. Nur einen Blick wollen wir auf den „sittlich-gesellschaftlichen Zuhalt des Mosaismus," der in der 3teu Vorlesung dargelegt wird, noch werfen, und einiges wenige hervorhebcn, was geeignet scheint, Ph.'s Verfahren zu characterisiren. Das unterliegt keinem Zweifel und ist niemand weniger als wir gewillt, zu läugnen, daß das mosaische Gesetz, jenes erhabene Denkmal göttlicher Weisheit, das große, eben so schwer zu fas-