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Dibre Emeth · 1848-04-01 · 4 (4.1848) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
4 (4.1848)
Date
1848-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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61 tigen?" Und Herr Ph. ist wirklich naiv oder unverschämt genug davon zu reden, als verstünde es sich von selbst, und der heiligen Schrift diesen Unfifln aufzubinden, als forderte sie ans, Gott zu begreifen? Za sie gebietet: Erkennet, daß der Herr Gott ist, erkennet ihn als euren Herrn, beuget euch vor ihm. Für jenen unverständigen Aberwitz, der das Weltmeer in ein kleines Löchlein am Strande hineinschöpfen möchte, ist aber Hiob c. 38 bis 41. geschrieben:*) Erkenne deine Seele, und du wirst Gott erkennen," haben die alten Rabbinen gesagt, und das wolle sich Rabbi Ph.. auch gesagt sein lassen. — Aus allen diesen Aeußerungen geht nur immer klarer hervor, daß PH. den Sinn und die Bedeutung des historisch im Pentateuch gegebenen Zudenthums nicht gefaßt hat, vielleicht nicht hat fassen wollen. Es ist freilich zu wünschen, daß er nicht mit der 'Anmaßung aufgetreten wäre, den Mosaismus geschichtlich darstellen zu wollen; sondern daß er frei heraus erklärt hätte, er wollte das Philippson'sche Zudenthum darstellen. Wozu dies eitle und vergebliche Bemühen, gegebene Documente so lange zu drehen und zu deuten, bis ein „dem eigenen Geiste" entsprechendes Resultat herauskommt und dies mit falschem Scheine dann zu umkleiden? Warum nicht offen gesagt, daß man sich mit den religiösen Anschauungen der Schrift nicht in Einklang wisse? Warum dafür lieber das Anstehende als die angeblich sichern Idem anpreisen? Oder wird etwa Herr PH. wirklich jemanden überreden zu können meinen, daß dem Opfer-Znstitut des A. T. auch nicht Ein religiöser Gedanke abzugewinnen sei? Er selbst kennt jenes allgemein menschliche Bedürfniß nicht, aus welchem das Opfer °) Etwas von der Ungereimtheit feiner eigenen Worte scheint PH. selbst geahnt zu haben. Denn die angebliche Forderung des Mosaismus, Gott mit dem Verstände zu begreifen, drückt er 109. vorsichtiger so auS: „der Mensch soll Gott und die Lehre erkennen," und redet nur von der zu begreifenden Lehre. Als Beweis dient ihm 5. Mos. 30, 11 —14, wo cS heißt, daß das Gebot keinem verborgen noch zu ferne sei, daß also niemand seine Nichterfüllung mit Unwissenheit entschuldigen könne! Wiederum eine Probe seiner Schrift« auslegung.

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