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Dibre Emeth · 1848-03-01 · 3 (3.1848) · page 23

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
3 (3.1848)
Date
1848-03-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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55 irgend eine Geschichte im alten Testamente. Ganz besonders ergriff ihn die Bekehrungsgeschichte des Saulus. Hier war ein Mann, treu, eifrig für das Gesetz, voll Unwillen über die, welche es nach seinem Dafürhalten umzüstürzen suchten. Und diese» Mann wurde überzeugt, daß Jesus, .den er verfolgte, wirklich die Hoffnung Israels, der Heiland der Welt sei. — Welche Umänderung! Aus einem Pharisäer, den die Priester und Obersten jener Zeit bewunderten, wurde ein verachteter Nazarener, den seine früher» Freunde als eine Pest und einen Aufruhrstifter brandmarkten. Zur tiefem Erkenntniß des Christenthums führte ihn weiter die Beschäftigung mit den Episteln. Hieraus ward ihm klar, welches die Triebkraft sei, die zur Selbst- und Weltverleugnung, sowie zur Ertvdtung des alten, sündlichen Menschen zu führen vermag; wie Paulus sagt: „Die Liebe Christi dringet uns also; sintemalen wir haltm, daß so Einer für Alle gestorben, so sind sie Alle gestorben, und er ist darum für Alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum ist Zemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist Alles neu geworden". (2. Kor. 5, 14 —17.) Dieses Alles führte ihn nach reiflicher Ueberlegung zuletzt auf den Schluß, daß Zcsus der Messias, und daß das neue Testament, so wie das alte Gottes Wort ist. Weit entfernt aber, daß diese Ueberzeugung ihm Frieden gebracht hätte, schien es die Unruhe seiner Seele zu verzehnfachen. Mit neuer Kraft regte sich der alte Haß und die frühem Borurtheile wider das Christenthum, und wozu der Verstand Za sagte, dem widerstrebte das Herz. Zn solchem Kampfe warf er sich eines Tages auf die Erde, um im brünstigen Gebete zum Herrn Frieden zu finden. Er betete lange, aber kein Frieden kam in seine Seele. Plötzlich kommen ihm die Worte Zesu in den Sinn: „Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen". Der Widerwille war groß, den er empfand, im Namen Zesu beten zu sollen; doch er kämpfte sich durch, so daß er zuletzt ausrufen konnte: „Herr, ich glaube, daß Jesus der Messias, der Erlöser und König Israels ist, der um unserer Miffethat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen worden ist, um seinetwillen erbarme dich über mich und gieb mir Frieden!" Kaum hatte er dieses Gebet gethan, so war die Last hinweg; der Friede Gottes, der höher ist, denn alle Vernunft, kam in seine Seele; er fühlte, daß er vom Verderben erlöst sei, daß Gott ihn liebe, daß Christus für ihn gestorben sei und ihn von allen seinen Sünden abwasche mit seinem Blute, daß er, so schuldig und sündig er von Natur war, nun „gerecht sei ohne Verdienst, aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum Zesum geschehen ist".

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