Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 3 (3.1848)
- Date
- 1848-03-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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56;t Auf den Genuß des inner« Friedens folgte bald äußere Prüfung und Trübsal. Er hielt es für Pflicht, seine lieben Verwandten von der Veränderung zu benachrichtigen, die mit ihm vorgegangen sei. Welche Empfindungen mußte es darauf in ihm Hervorrufen, als er auf seine Mittheilung unter Ander« Folgendes zur Antwort erhielt: „Du Gottloser, möge Dein Name ausgetilgt werden! Du hast Dich an die Gemeine der Gottlosen angeschloffen. Dein Barer und Dein Großvater, sammt allen Deinen Verwandten werden miteinander zum Grabe Deiner heiligen Mutter gehen und ihr die Trauerbotschaft bringen, verflucht sei der Tag, an welchem Du, Gottloser, Du Schlangensaame, geboren wardst! Wehe mir, denn der Herr hat mich betrübt! Dein Name soll hinfort ausgetilgt und nicht mehr von uns genannt werden! Und mögen die schärfsten Gerichte des Allmächtigen auf Dich fallen, weil Du den Gott Isaaks verlassen und Dich an die Götzen angeschloffen hast!" „Dies war in der That bitter, schließt der bekehrte Israelit seine Mittheilung; aber es war ein Theil des verheißenen Erbes: „Zn derWWelt habt ihr Angst". Ich konnte von Herzen die segnenwelche mir also fluchten und für die beten, welche mich also beleidigten. Viele Jahre sind verflossen, seitdem die Veränderung statt fand, und ich kann bezeugen, daß während dieser ganzen Zeit „Gutes und Barmherzigkeit mir folgten". Die Wahrheit, die zuerst Frieden brachte, ist mir täglich kostbarer geworden. Gleich meinem Bruder Paulus kann ich sagen: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht- Alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich, und auch dieGriechen". In dieser Bekehrungsgeschichte tritt so recht klar und lebendig die Macht und Liebe des Herrn hervor, die er in der Errettung der Menschen kund giebt, und sie bekräftigt den Ausspruch des Apostels, daß der Herr sein Volk nicht verstoßen, sondern immer noch einen heiligen Saamen unter demselben habe. Und wie viel solcher treuer Israeliten mögen noch sein, die aber im Verborgenen leben und nie offenbar werden, indem es ihnen an Gelegenheit fehlt, mit dem Neuen Testamente und der Lehre des Herrn Jesu bekannt zu werden, zum Glauben an ihn zu gelangen und ihn dann offen und frei zu bekennen. Solche Beispiele aber müssen uns zu rechtem Eifer erwecken, das Evangelium unter Israel zu verbreiten, also, daß ein Jeder von dem Saamen Abrahams es kennen qM. Sie fordern uns aber auch auf, den Herrn, unser« Gott für seme Treue, die er den Vätern geschworen hat, zu danken, und zur Hoffnung, daß er auch Israel sein Wort halten wird ewiglich.,— Dies Blatt erscheint monatlich in einem Boqe» und kostet der Jahrgang 15 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Gedruckt und in Commissi»» hei Tro^itzsch und Sohn in Franksurt a. d. £>.