Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 3 (3.1848)
- Date
- 1848-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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bezeichnst als „Leute dieser Welt, welche ihr Thril haben in ihrem Leben". Einige schwere Heimsuchungen des Herrn, der Tod seiner geliebten Mutter, der er mit inniger Zärtlichkeit und Dankbarkeit bis ans Ende anhing, so wie eine Krankheit beunruhigten ihn im Gewissen, und fein ernster Entschluß war, religiös zu werden. Er fing an, einen Tag in der Woche zu fasten, viele Gebete herzusagen und den Armen Güte und Liehe zu erzeigen. Damit ward aber sein Gewissen nicht beruhigt, die Gleichgültigkeit, ja Geringschätzung seiner Religionsgebräuche hatten ihn von seiner Religion weggetriehen, aber nichts Besseres ihm gegeben. Zn der Angst seines Herzens schrie er zu Gott: „D Gott, ich habe Niemanden, der mir helfe, und ich darf mich dir nicht nähern, denn ich bin schuldig. Hilf, o hilf mir, um meines Vaters Abrahams Willen, der bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern! Erbarme dich über mich und rechne mir seine Gerechtigkeit zu!" Aber keine Antwort ward ihm von Gott, kein Friede kam in seine Gebeine. Es kam ihm vor, als habe Gott ihn verlassen, als habe der Herr ihn auf immer verworfen und wolle ihm nicht mehr gnädig sein. Seme lustigen Kameraden bemerkten kaum seine gedrückt? Stimmung, so drangen sie ernstlich in ihn, er solle das Theater und andere öffentliche Belustigungen besuchen, um sein Gemüth aufzuheitern. Zuerst gelang dies zum Thech aber die Gnade Gottes gab ihn nicht so seinen eigenen Anschlägen Preis, sondern trat ins Mittel und regte ihn wieder an, nach einem fester« Glück zu trachten. Die Unruhe seines Herzens nahm noch mehr überhand; wo er hinging oder wie er auch beschäftigt war, immer trug er ein unerträgliches Elendsgefühl mit sich herum. Eines Morgens ging er in einen Laden, daselbst etwas zu kaufen und ahnete nicht, daß Gott da für ihn die „köstliche Perle" aufbewahrt hatte, die ihm „umsonst und ohne Geld" w?xden sollte. Das, was er kaufte, war in ein Bibelblatt eingewickelt, welches einen Theil der Bergpredigt enthielt. Als er nach Haufe gekommen war, erblickten seine Augen die Worte: „Selig sind, dis da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden". Das fesselte