Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 3 (3.1848)
- Date
- 1848-03-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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das auf die Herzählung der Opfer folgt, welche Gott für die Unterlaffnngs- und Begchungssünden verordnet hatte, da vergoß er manchmal Thränen des Mitgefühls, besonders wenn er mit ihnen in die Worte einstimmte, daß sie jetzt keinen Tempel, keinen Hohenpriester, keinen Altar und kein Opfer haben. Zm spätem Aster wurden dir religiösen Eindrücke stärker, oft ergriff ihn Furcht und Zittern, aber, worin er Trost und Befriedigung suchte, waren das Hersagen noch mehrerer Gebete und das Flehen zu Gott, er möge die Farren seiner Lippen annehmen; damit beschwichtigte er wieder eine Zeit lang sein Gewissen. Zn diesem Gemüthszustande blieb er bis etwa zu seinem 16. Zahre. Drei Nächte in der Woche brachte er oft schlaflos zu, und studierte in denselben den Talmud und andere hebräische Werke. Eben so lernte er wöchentlich einige Capitel aus den Propheten auswendig, um gründliche Bekanntschaft mit der hebräischen Sprache zu erlangen. Durch die Bekanntschaft Mit einem polnischen Zuden wurde er von dieser mehr ernsten Richtung abgebracht, und er widmete sich hinfort mehr der deutschen und weltlichen Literatur. Hiemit trat auch eine gänzliche Beränderung in seinen Gewohnheiten und seiner Lebensart ein, manche wesentliche Bestandtheile der jüdischen Religion wurden als unnütz und für einen Aufgeklärten entwürdigend aufgegeben, und obwohl dies Anfangs mit einiger Gewiffensunruhe geschah, waren doch nach einiger Zeit die Gefühle auch abgestumpft, und er richtete sich ganz nach den Sitten seiner Mitstüdenten, Der Umgang mit Christen hatte für ihn nichts Bedenkliches, über den Uebertritt zum Christenthume aber dachte er anders; seine Meinung war, daß Zuden, die zum Christenthume übertreten, ihren Vorrechten und Verpflichtungen als Volk entsagten, daß sie sich von dem Bunde ttennte«, den Gott mit Abraham, Zsaak und Zakob gemacht, und sich öffentlich den Gojim (Heiden) — denn als solche erscheinen auch die Christen den Zuden — anschließen, die ohne Gott und ohne Hoffnung in der Welt leben. Nach schien Begriffen beging daher ein Zude durch Uebertritt einen schrecklichen Abfall. So kam es immer mehr mit ihm dahin, daß er, wie er selbst sagte, zu jener Menschenklasse gehörte, welche der Pfalmist