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Dibre Emeth · 1848-03-01 · 3 (3.1848) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
3 (3.1848)
Date
1848-03-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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wirken könne und schlägt vor Wem eine gründliche Reform des Cultus, Arnderung der Gebete und fleißiges Predigen vor. „Die Revision unseres Rituels scheint mir die erste Aufgabe einer höhern Autorität (nemlich der gewünschten Synode) des Rabbinismus. Die Entfernung einer Menge Gebete, andere verständlich zu machen u. s. w." Aber Herr Dreifuß will nichts von einem bloß biblischen Zudenthume wissen, sondern sagt: „Mit dem Talmud in der Hand will ich meine Reformen einführen". Und sagt dann ferner: „Unser alltäglicher Gottesdienst, so wie der des Sabbaths und der Feste, ist in den Theilen, die ans dem Talmud entnommen, unverbesserlich (irreformable)". Selbst die vielen mit Recht anstößigen Reimgebete des Mittelalters, die Pijutim, will er nicht aufgrben; seine Reform soll darinnen bestehen: 1) Der Sabbathcultus, so wie der des Passah-, Pfingst- und Laubhüttenfestes, soll abgeäudert werden. 2) Des Morgens frühe soll man die gewöhnlichen Schacharith- Gebete beibehalten, dann aber schließen. Um 10 Uhr soll ein zweiter Gottesdienst stattfinden, Gesang etlicher Psalmen in der Landessprache, Lesen etlicher Abschnitte aus der Bibel, die sich auf den Tag beziehen, Predigt und endlich das gewöhnliche Mussaph-Gebet. Nachmittags soll ein dritter Gottesdienst eingerichtet werden. Etliche Gebete in der Landessprache, eine Homilie oder ein sonstiger einfacher Vortrag für die arbeitende Klaffe, für das gemeine Volk. Wer sieht hierinnen nicht eine Nachahmung des römischkatholischen Cultus. Die Messe, die Predigt, die Vesper. — Doch Herr Dreifuß spricht deutlich seine Vorliebe für den Romanimus, wir können wohl sagen, für den Papismus aus; denn indem er vom Religionsunterricht redet, der ganz in die Hände der Rabbinen gelegt werden soll, spricht er davon, daß man denselben „den Laien" entnehmen soll, und auf die bei der Deputation sitzenden obersten Rabbinen aller französischen Juden anspielend, schließt er also: „Wie sollte solche Verbesserung nicht möglich sein, bei unsrer so erhabenen rabbinischen Hierarchie mit einem Oberprirster! („avec notre sublime Hierarchie rabbinique, avec un chef supreine.")

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