Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 3 (3.1848)
- Date
- 1848-03-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 noch angehört, oder daß Zemand ein Götzendiener oder Leugner Gottes sein kann und dennoch ein Bekenner und Verehrer des einen wahren Gottes, oder doch wenigstens ein Mitglied derjenigen Genossenschaft, die den einen wahren Gott bekennt und verehrt. Wir bekennen unser Unvermögen dies zu begreifen frei und offen auf die Gefahr, vom Herrn Dr. Einhorn oder seines Gleichen für unwissenschaftlich oder unwissend oder selbst schwachsinnig erklärt zu werden, im Fall ihm dieses Blatt etwa zu Gesichte kommen sollte. Wir sind aber auch kühn genug unsre Ueberzeugung auszusprechen, daß jeder Unparteiische, wir hätten beinahe gesagt, jeder richtig Denkende, er sei Jude oder Christ, diesen Widerspruch ebensowenig wird fassen können, wie wir, und uns darin beistimmen wird, daß das neuere Zudenthum oder das Zudenthum überhaupt, wenn es auf solchen Prinzipien beruht, wie Herr Dr. Einhorn behauptet, sich nicht halten kann, sondern nothwendig seiner Auflösung entgegen gehen muß. Wir fügen nur noch hinzu, daß Herr Professor Delitzsch in Rostock, einer der ausgezeichnetsten Orientalisten, und der mit dem Talmud und der jüdischen Literatur gewiß vertrauter ist, als die meisten der neuern Rabbiner, gegen Herrn Dr. Einhorn in der Rostocker Zeitung aufgetreten ist und ihm das Unhaltbare seines Erlasses nachgewiesen hat. Das hat nun Herrn Einhorn und seine Partei gewaltig in Harnisch gejagt, und Herr Professor Delitzsch wird nun von ihnen ebenso auf die niedrigste Weise herabgewürdigt, wie er früher fast in allen jüdischen Zeitschriften als gründlicher Forscher und Kenner der jüdischen Literatur gerühmt und erhoben wurde. Uns kam eine solche Sprache gegen Herrn Professor Delitzsch freilich nicht unerwartet, ja wir würden uns aufs Höchste verwundert haben, wenn sie anders gewesen wäre, indem wir gewohnt sind, in den jüdischen Zeitschriften stets die schauerlichsten Schmähartikel gegen diejenigen zu lesen, welche es wagen ein Wort entweder gegen ihre Reformbestrebungen oder gegen ihre Emanzipation zu sagen, aber ebenso auch die eckelhaftesten Lobhudeleien derjenigen, die ein Wort zu Gunsten ihrer Bestrebungen aussprechen, und wäre es auch noch so ungereimt