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Dibre Emeth · 1848-03-01 · 3 (3.1848) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
3 (3.1848)
Date
1848-03-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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40 haben. Er redet von „persönlicher Begierde"; — weil er sicht, daß Kains Neid, der sich gegen die von Gott anerkannte Ueberlegenheit des Bruders erhebt, mit den „Trieben der sinnlichen Natur" nichts gemein hat. Wäre er nur darüber nicht.so leicht Hinweggegangen, hätte er nur der hier erscheinenden Anmaßung, dem Uebermuthe, der darum, weil er wie Gott sein will, weder Gott noch seinen Nebenmenschen achtet, weiter nachgedacht, so würde er seiner Ableitung der Sünde aus der Sinnlichkeit nicht so keck den Stempel, biblisch zu sein, aufgedrückt haben; er würde gefunden haben, daß die Sünde aus dem Willen den Anfang genommen hat. „Der Endzweck in beiden Berichten, so heißt , es weiter, ist (nicht etwa den Anfang einer erblichen Sünde, das verstieße ja von vornherein gegen die Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen,, sondern) die inhärirende Möglichkeit der Sünde.im Menschen zu zeigen". Daß die Berichte wirklich nur, etwa wie Fabeln, Gedanken veranschaulichen wollen, hätte Herr Ph., wie gesagt, erst beweisen sollen. Aber man beachte diese scharfsinnige Distinktion; nicht Erblichkeit, sondern inhärirende Möglichkeit der Sünde! Er kann damit doch nur eine den ersten Menschen anerschaffne, allen andern aber durch Geburt mitgetheilte, also fortgeerbte, ihnen anklebende, von ihnen untrennbare Möglichkeit der Sünde meinen, den ihnen anerschaffenen und fortgeerbten „Egoismus der sinnlichen Natur und Begierde". Wenn das aber nicht erbliche Sündhaftigkeit ist, da faktisch alle Menschen diesem Egoismus Raum geben, so weiß ich nicht, was man bei der inhärirenden Möglichkeit sich denken soll; ja es ist mehr, es ist sündliches Erschaffensein. Das hat-PH. wahrscheinlich in seinem Gfer, seinen lichtfreundlichen Zuhörern zu Gefallen, gegen die Erbsünde zu polemisiren, nicht recht bedacht. Es ist überhaupt schwer, von dem, was wir hier als sichere, biblische Gedanken, lesen, sich eine klare Borstellung zu machen, da es unsrem Autor auf Widersprüche eben nicht ankommt. Unmittelbar nach den eben angeführten Worten fahrt er fort: „die Sünde ist ja.nicht eine Allgemeinheit, ein Absolutes (!?), sondern nur eine Beziehung des Individuums zu sich

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