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Dibre Emeth · 1848-03-01 · 3 (3.1848) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
3 (3.1848)
Date
1848-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 bezeichnet, noch zu mild. Er unterscheidet zwei Momente der Sünde, die Sinnlichkeit an sich und die der persönlichen Begierde sich entgegensetzende Gesellschaft. Sonderbarer Unterschied! Die Begierde, die Sinnlichkeit bleibt immer das eigentlich Treibende. PH. meint vielleicht, einmal führt sie „ an sich ", allein für sich, zur Sünde; das andre Mal läßt sie den Menschen am Nächsten sich vergreifen. Aber nachher sagt er doch wieder, daß die Sinnlichkeit „am Gebote Gottes" sündige, also nicht „an sich". Doch genug, die Verkehrtheit jener Worte leuchtet von selbst ein. Vielleicht hat er nur sagen wollen, daß die Sinnlichkeit den Menschen zu Sünden gegen. Gott und gegen den Nebenmenschen verleite;*) und das hat er etwas hochtrabend ausgedrückt, damit man mehr dahinter suche. Aber das sollen Gedanken der Schrift (1. Mos.«. 3. u. 4.) sein. Sehen wir zu. Einen Beweis dafür, daß er die Erzählungen von Adams Fall und Kains Brudermord neben einander stellt, als sollte damit beispielsweise erörtert werden, wie der Mensch zur Sünde kommt, hat er nicht gebracht. Herrn Ph's. „Geist" will es einmal so ansehen, er will keine Thatsachen erzählt sehen, und hat nicht einmal den Much, es wenigstens ehrlich zu sagen. Emen paradiesischen Urständ, wie ihn jene Berichte voraussetzen und bezeugen, giebt es einmal nicht. Sodann wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die in die Seele Evas gepflanzte ungöttliche Lust die Folge einer Versuchung gewesen, die ihren Zweifel an Gottes Wort und Gebot erregt und dadurch, daß sie Gott des Neides und der Lüge geziehen, Boden für ihre satanische Verheißung der Gottgleichheit gewonnen. Das will PH. wieder nicht; die Begierde ist schon vorher da, die Sinnlichkeit schon vorher erregt gewesen. Weiter hebt der Bericht hervor, daß nicht bloß die sinnliche.Lust („daß der Baum gut zu essen und lieblich anzusehen war") der Hebel der sündigen That gewesen, sondern auch *) Vielleicht hat ihn auch die übrigens richtige Bemerkung kabbalistischer Schriftsteller vorgeschwebt, daß schon in der Urgeschichte unsers Geschlechtes sich eine zwiefache Richtung' in der Entwicklung der Sünde bemerken lasse, einerseits Entartung , des sinnlichen Triebes, andrerseits Anmaßung und Uebermuth. Vgl. v. Cölln Bibl. Theol. I., p. 234. ff.

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