Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 2 (2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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31 gends im netten Testamertte (worauf er sich stets stützte) gefunden, daß der Herr. Jesus seinen Gläubigen vorschreibe, welche Kleidung sie zu tragen hätten, sondern er dringe bei ihnen nnr auf ein neues Herz; ttnd dieses immer mehr zu erlangen, sei auch fein ernstliches Streben. Diese Erklärung stellte die Behörde zufrieden, und Abraham wurde, versehen mit seinem Taufschein, nicht weiter von dieser Seite her angefochten. Ferner überließ er seit: Haus und sein anderweitiges kleines Vermögen seinem in Kasimir wohnenden Sohne und lebte dürftig von den Unterstützungen, welche die christliche Liebe ihm gewährte, dabei bemüht, so viel als möglich sich nützlich zu beschäftigett, um sein Brod nicht umsonst zu essen. Die Neugierde, bei Manchen auch wohl etnc edlere Regung, bewog viele Juden aus verschiedenen Klassen, diesen merkwürdigen Manu zu besuchen rtnd sich mit ihm in religiöse Gespräche einzulassen. Manche verließen ihn belehrt ltnd erbaut durch die Weisheit, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit seines Bekenntnisses. Dem Res. gestand einst selbst ein sehr gebildeter jüdischer Lehrer, der, Gott Lob, jetzt auch längst schon ein Bekenner der göttlichen Wahrheit in Christo ist, daß er und einige seiner Freunde, welche unfern Abraham besuchten, durch seine Worte bis zrr Thräuen gerührt worden seien. Besonders als er das wichtige Bekenntniß ablegte: „Salz und Brod will ich essen mrd Christ sein." — Möchte doch ein Jeder eben so den Segen des Christenthums erkennen und fühlen! Abraham hatte jedoch auch in Warschau Anfechtungen von den Juden zu erdulden. Er fühlte sich gedrungen, irr die Straßen zu gehen, die sie dort allein bewohnen dürfen, um mit ihnen über das Heil in Christo zu reden. Da aber begegnete es ihm zrr Zeiten, daß sie ihn während seiner Rede lästerten rtnd schimpften. Dagegen schützte ihn nun zwar feine Schwerhörigkeit, und er frthr gewöhnlich ruhig fort, ihnen das Christenthum zu empfehlen. Jndeß kam es auch mitunter zu Thätlichkeiten, und er hatte wiederholt Mißhandlungen zu tragen. Was seine Person dabei betraf, ertrug er geduldig, sprach aber oft seine Betrübniß darüber aus, daß in einem christlichen Lande so Etwas zur Unehre des Christenthums statthabeu dürfte. Er fühlte sich aber auch gedrungen, seine Heimath Kasimir noch einmal wieder zu besuchen, um seinen dortigen Verwandten und Bekannten christliche Belehrungen und Ermahnungen zu ertheilen. Daher machte er unter obrigkeitlichem Schutz im Jahre 1829 eine Reise dorthin und fand, wie es scheint, im Allgemeinen ziemlich freundliche Aufnahme; denn die Juden seines Ortes achteten ihn wegen seiner bekannten Rechtschaffenheit mrd erklärten fortwährend feinen Uebertritt zttm Christenthnm für eine Art von strer Idee bei ihm, erkannten aber leider nicht, daß sein Schritt ein göttlicher und sein vernteiuter Wahnsinn die höchste Weisheit war.