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Dibre Emeth · 1848-02-01 · 2 (2.1848) · page 16

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
2 (2.1848)
Date
1848-02-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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32 Vvn Kasimir aus kam er auch nach Lublin, wo sich nicht längst vorher ebenfalls englische Missionare häuslich niedergelassen hatten. Bald fanden sich bei ihnen manche Juden ein, ujn'Abraham zu sehen und mit ihm zu sprechen, besonders da er auch dort von früher her schon bekannt war. Dieses gab Veranlassung zu manchen interessanten religiösen Erörterungen; — aber es gab auch feindliche Austritte. So äußerte einst ein jüdischer Fanatiker, als A. auf der Gasse in Lublin von Juden umringt, diesen das Wort Gottes predigte, in welches er sich täglich mehr vertiefte: „es sei eine heilige Pflicht (71^2) diesen Abtrünnigen anr Versöhnungstage fa'HSSn QV) zu erstechen." Doch blieb es nur bei den Worten. Unser Abraham erkundigte sich auch aufs angelegentlichste nach dein Jünglinge, welcher ihm einst den oben erwähnten Liebesdienst erwiesen und so zu seiner Rettung beigetragen hatte; er wurde ermittelt und kam so zum ersten Male zu den Missionaren. Das Wort der Wahrheit fiel bei ihm auf einen fruchtbaren Boden. Nach längerem Unterricht und manchen Anfechtungen erklärte er sich entschieden und mit großer Freudigkeit für Christum, und war der Erstling, welcher durch die Mission in Lublin in die evangelisch christliche Kirche eingeführt wurde. Mehrere jüdische Jünglinge folgten seinem Beispiele nach, zum Theil durch ihn zuerst dazu angeregt und ermuntert. Der alte Abraham wünschte auch sehr den dortigen Rabbiner, seinen ehemaligen Brodherrn, zu besuchen. Obgleich man sich nicht viel von einem solchen Besilch versprechen konnte, so gab man ihm doch nach und einer der Missionare begleitete ihn zu demselben. Der Rabbiner gerieth aber in große Aufregung, und nur die Anwesenheit der Missionars schützte den guten Abraham vor persönlichen Mißhandlungen. Bald darauf kehrte er nach Warschau zurück, lebte dort mehrere Jahre und beschloß endlich sein irdisches Dasein tut lebendigen Glauben an seinen Erlöser in seligem Frieden. Er nahm die Liebe, Achtung und Theilnahme Aller, die ihn kannten und wahrhaft zu würdigen im Stande waren, mit sich in das Grab, wurde anständig zur Erde bestattet und Schreiber dieses wünscht, daß sein Ende sein möge, wie das Ende dieses Gerechten, und daß Alle, die an keine wahre Bekehrung eines Israeliten zum Christenthume glauben, doch diese nur in kurzen und flüchtigen Umrissen gezeichnete Biographie unparteiisch prüfen mögen, sie würden dann gewiß eine Widerlegung ihrer Ansicht darin finden. Dies Blatt erscheint monatlich in einem Boqen und kostet der Jahrgang 15 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Gedruckt und in Commission bei Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. d. O.

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