Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 2 (2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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2Ä w lange persönlich und genau gekannt hat, ist es nicht mehr erinnerlich, ob sich bei dieser oder einer anderen Anwesenheit desselben in Lublin folgende Begebenheit ereignete. Abraham predigte einst auch dortigen Juden das Evangelium; da er aber schwerhörig war, bemerkte er nicht, , daß diese, über sein Benehmen erbittert, unter sich beschlossen, ihm bei seiner Rückkehr aus der Stadt nachzustellen und ihn auf einsamen Wegen si'rr sein Predigen zu züchtigen. Ein das dortige Gymnasium besuchender jüdischer Jüngling, der gegenwärtig war rrnd einen günstigen Eindruck von den Worten Abraham's erhielt, hatte jedoch, als er diesen bösen Anschlag der Juden hörte, Mitleiden mit ihm. Nach ihrer Entfernung setzte er ihn nicht mu* sogleich davon in Kenntniß, sondern führte ihn auch auf einem einsamen Nebenwege aus der Stadt, noch ehe seine Feinde Zeit hatten, sich auf ihren Posten zu begeben, und. rettete ihn so aus der ihm drohenden Gefahr. Abraham beschloß nun endlich, da seine Bemühungen durch einen berufenen Diener der christlichen Kirche die heilige Tarife zu erhalten, bisher erfolglos geblieben rrnd alle Aussichten dazu aus seinem Herzen verschwunden waren, sich selbst zu tauferr. In Einfalt und Aufrichtigkeit des Herzens stieg er in die Weichsel und taufte sich selbst, irrdem er sich im Namen des dreieinigen Gottes feierlich unter das Wasser tauchte. Eine solche Nothtaufe ist unter solchen Umständen einem Manne, wie Abraham, wohl zu verzeihen, und Gott, der das Herz ansieht, hat ihm gewiß den Segen der Geistes-Taufe angedeihen lassen. Da nun aber vernimmt unser Abraham später, wie von ohngefahr, zu seiner großen Freude, daß die Missionare, welche jene ihm so segensreich gewordenen Schriften vertheilt halten, in Warschau wohnen. Er schließt, daß diese Leute doch wenigstens an die Lehren glauben müßten, welche sie verbreiten, und so hält ihn auch nichts ab, die weite Reise nach der Hauptstadt Polens zu machen, um die Missionare aufzusuchen. Seine Erscheinung überraschte die Missionare allerdings im ersten Augenblick; aber je näher sie diesen bisher verborgenen, aufrichtigen Juden und Christen kennen lernten, desto mehr wurden sie von seiner rührenden Aufrichtigkeit und Glaubenstreue überzeugt. Man gewährte ihm eine Zufluchtsstätte in der dortigen Anstalt zur religiösen