Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 2 (2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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19 uns im Heidenthum den Mutterschooß des Mosaismus vermuthen, aus dem er einem Gewächse gleich erstanden — versetzt uns Herr Ph. in das Gebiet der geoffenbarten Religion. Dieser Uebergang muß uns von einem Manne, der den Weg der Geschichte inne halten will, verwundern. Denn mußte er nicht zuvor seine Zuhörer über das geschichtliche Berhältniß beider belehren? Oder ist denn die Zeit, in der der Mosaismus erstand, für seine Beurtheilung so ganz gleichgültig? War denn das gesammte Heidenthum, wie es in seinen verschiedenen Abstufungen geschildert war, die Umgebung des Mosaismus? Doch des Fragens wäre kein Ende und an eine Antwort aus den Borlesungen nicht zu denken. Der Mosaismus erstand; das ist fürPh. genug. Aber was wird denn unter Mosaismus verstanden? Geschichtlich läßt sich nichts weiter darunter verstehen, als die Gestaltung der israelitischen Religion, welche von Moses herrührt, wie Prophetismus auf eine durch die Propheten begründete Gestaltung weist. Nun hat aber der Mosaismus seine Borgeschichte. Ehe Moses seinem Volke als Befreier aus dem Diensthause, als Gesetzgeber und somit als Begründer einer neuen Epoche auftrat, ist die Zeit der Patriarchen vorhergegangen, und die eigentlichen religiösen Zdeen, wie z. B. die von der Einheit Gottes und der Schöpfung der Welt, welche Herr Ph. „den Mosaismus proelamiren" laßt, gehören schon dem vormofaischen Zeitalter an. Man steht, Herr Ph. hat den Begriff des Mosaismus erweitert. Die sittlich religiösen Zdeen, welche in den fünf Büchern Moses vorliegen, bilden ihm den Inhalt des Mofaismus, gleich als wären sie ein Lehrbuch, in dessen Besitz das jüdische Volk irgend wie gekommen wäre, und als enthielten sie nicht vielmehr die Geschichte der fortlaufenden Offenbarungsthatsachen Gottes. Um eine quellenmäßige, geschichtliche Darstellung des Mosaismus ist eS ihm also trotz seiner Versicherung nicht zu thun gewesen. Redet er doch mit keinem Worte von den Duellen, den Urkunden, aus denen er schöpft. Trotz dem daß er manche Berichte derselben, wie wir schon hörten, für mythisch oder mystisch erklärt, so läßt er doch seine Zuhörer ganz darüber im Dunkeln, nach welchem V