Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 1 (1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 MitthMurzgen aus Frankreich. Obgleich die ZSraeliteu Frankreichs im Genüsse der völligen Emanzipation find, so ist es doch bekannt, daß dieselben in Bildung und Wissenschaft den deutschen Israeliten weit nachstchen. Eine große Anzahl derselben hält noch am alten talmudischen Zudenchum fest, meist mit demselben unbekannt und eben deshalb uw so bigotter und mechanischer; ein anderer Theil hat allgemeine französische Alltagsbildung und kümmert sich wenig oder nichts um irgend eine Religion. Doch auch in Frankreich thut sich ein Streben nach Reform kund, und die Zeitschriften, die in Paris erscheinen, vertreten die verschiedenen Richtungen und bekriegen sich gegenseitig. Ohnlängst war die Stelle des Groß- Rabbiners zu besetzen, und da bewarben sich verschiedene Rabbiner um dieselbe; ein starr orthodoxer junger Mann, sodann ein Anderer, der Orthodoxie und Fortschritt zu verbinden sucht. Allein Beide fielen durch und Herr Zsidor, bisheriger Rabbiner zu. Pfalzburg, erhielt die meisten Stimmen, und somit ein Mann, den wir einfach einen gemüthljchen Rationalisten nennen können, der sich aber noch durch keine Leistungen auf wissenschaftlichem oder rabbinischem Gebiete ausgezeichnet hat. Zn Straßburg erscheint seit 7 Monaten eine Zeitschrift: „L’ami des Israelites,“ die dem Fortschritte huldigt. Herr Zerome Aron, ein junger Prjvaigelehrter, ist Redakteur derselben. Er hat wiederholt den Gedanken entwickelt: wie nöthig eine Synode französischer Rabbiner und Abgeordneten sei, um viele Mißbräuche abzuschaffen. So drückt er im Oktober-Hefte den Wunsch aus, daß man doch aus dem jüdischen Gebetbuche, das so viele herrliche Gebete enthält, was allerdings wahr ist, doch diejenigen entfernen möge, die nicht mehr zeitgemäß find; z. B. „Blick' uns an, o Herr! denn wir sind ein Spott und Hohn unter den Völkern, wie Schaafe, die man zur Schlachtbank führt, ja die man führt zur Verachtung und zum Tode. O, siehe unser Elend an, erwecke deine Macht und Rache und mache unsre Feinde zu Schanden!" Doch Herr Aron geht noch weiter und