Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 1 (1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Bewußtsein, etwas ihm von Außen Gekommenes. Es gehört ru dem, was den Menschen zum Menschen macht, es gehört zum Ebenbilde Gottes. Der, den die ewige Liebe sich zum Bilde erschuf, muß auch ein Gefühl dieser Liebe anerschaffen in sich tragen. Dies dem Menschen nehmen, wie Herr Ph. thut, heißt ihn zum Thiere erniedrigen. Was folgt daraus? Entweder, daß es mit dem Ebenbilde Gottes, welches alle Menschen tragen, nichts sei, oder daß die Art, wie Herr Ph. das Heidenthum entstehen läßt, falsch ist. Denn ist, wie gezeigt wurde, dem göttlichen Ebenbilde zugleich das Bewußtsein des Zusammenhanges mit Gott, das Gottesbewußtsein und das sittliche Bewußtsein gegeben, und ist dies eine allen Menschen anerschaffene Gabe, so ist es rein undenkbar, wie sie sich von Anfang an so unzulängliche Vorstellungen von Gott machen konnten, wie Herr Ph. angiebt. Vielmehr ist das das Nächste, und ergiebt sich ohne Kunst und Zwang von selbst, daß die ersten Menschen ursprünglich in einem paradisischen Unschuldszustande lebten, wie ihn das erste Buch Mosis bezeugt. Aus demselben sind sie aber nach unzweifelhafter Schriftlehre gefallen, weil sie sich in ihrer Freiheit gegen Gott entschieden und ihre ganze Lebensrichtung einem andern Ziele zuwendeten, als dem in ihrem sittlichen Bewußtsein, im Gewissen gegebenen. Die Sünde hat ihr Gottesbewußtsein wie ihr sittliches getrübt und verkehrt, ohne es ganz vernichten zu können. Daher die Thatsache, daß alle Menschenvölker eine Gottheit anerkennen. Denn jenes verdunkelte und durch die Sünde, die stete Abkehr von Gott, immer mehr verunstaltete, aber nie ganz erloschene Bewußtsein vom wahren Gott zusammt allerlei Ueberlieferungen von Ältersher stammender Wahrheiten — dies war das Erbtheil, mit denen Gott die Heiden ihre eigenen Wege gehen ließ. Freilich sind diese Wahrheiten entstellt und vielfach vom Irrwahn verschlungen, aber gänzlich untergegangen sind sie nirgends; wie denn auch allerlei Anzeichen darauf hindeuten, daß dem Gewebe des Aberglaubens, mit welchem die Religionen so vieler Völker umsponnen sind, ein ursprünglich reinerer Kern zu Grunde lag. „Es sind," wie Je-