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Dibre Emeth · 1848-01-01 · 1 (1.1848) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
1 (1.1848)
Date
1848-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 Weiter unten wird gelehrt, daß der Menschengeist das Ebenbild Gottes wage und daraus ein unmittelbares Berhältntß Gottes zu ihm abgeleitet. Es heißt p. 34.: „Wenn Gott dem Menschen einen ihm ebenbildlichen Geist gegeben..., so mußte er der Menschheit auch die Wahrheit eröffnen, weil sie ohne diese in ewiger Zrre sich ergehen und zuletzt zur Trostlosigkeit und Berzweiflung kommen wurde, wie dies das offenbarungslose Alterthum gethan." Nun hat sich aber Gott nur den Juden offenbart. Wie rechtfertigt Herr Ph. diese Bevorzugung? Ganz nebenbei giebt er als Grund an, daß die Menschheit das erreichen soll, was sie für sich erreichen kann und sich zur Annahme der Wahrheit frei entwickeln mußte, und daß deshalb die Offenbarung nicht sofort an die gesammte Menschheit erging, sondern an ein einzelnes hierzu erzogenes Völkchen, (p. 35.) Diese Auskunft trifft aber nicht zu, wenigstens für PH. nicht, der von Urzustand und Uroffenbarung als unerwiesenen Dingen absieht und den Gottesbegriff angeblich psychologisch entwickeln will. Man bedenke nur seine Anschauung. Der Menschengeist sindet sich nach ihm zuerst in einem rohen Naturzustände, d. h. die ersten Menschen und Völker waren rohe Naturmenschen und lebten etwa in einem Zustande wie die Wilden Australiens. Was soll denn sonst der rohe Naturzustand bezeichnen? Nun war doch aber ihr Geist ebenfalls nach dem Bilde Gottes geschaffen; Herr Ph. sagt das zwar nicht ausdrücklich, aber er wird doch nicht die Gottähnlichkeit auf die Juden beschränken wollen. Mithin mußte Gott gleich anfangs zu den Menschen in jener unmittelbaren Beziehung stehen, d. h. ihre Geschicke lenken, ihre Handlungen richten und ihnen die Wahrheit offenbaren. Das war aber nach Ph. nicht der Fall; wir erfahren freilich nicht, aus welchem Grunde die Heiden von dieser „Unmittelbarkeit" ausgeschlossen waren, und warum die Offenbarung an die Juden, nachdem schon das Heidenthum entwickelt war, erging. Nach ihm müssen sich die Menschen vielmehr mühsam einen Gottesbegriff aus der sie umgebenden Natur herauslesen, und Herr Ph. weist ihnen nach, daß sie falsch gelesen, ja daß sie falsch lesen mußten. So hat also Gott von Anfang

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