Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 1 (1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 nichtet"*). Die Frage, wie dieses Heidenthum in der Menschheit habe entstehen können und geschichtlich entstanden sei, ist wichtig; hören wir, wie Ph. sie beantwortet: Um Aufschluß darüber zu gewinnen, daß alle Menschenvölker, selbst auf der niedrigsten Stufe der Bildung, eine Gottheit anerkennen, heißt es p. 16. u. 17., „müssen wir zuerst von allen entwickelten Zuständen des menschlichen Geistes absehen, weil sonst der Begriff einer Gottheit eben nur Eigenthum des entwickelten Geistes sein könnte. Wir müssen ebenso von allen künstlich vorausgesetzten, aber nicht nachweisbaren Zuständen absehen, wie von einem Urvolk (?■), einer Uroffenbarung, einer mystischen (soll wohl heißen: mythischen) Zeitperiode re., weil wir sonst eben vorausgesetzt und nicht erklärt haben. Wir müssen vielmehr in die natürlichste und unausgebildetste Beschaffenheit des Menschengeistes hinabsteigen und in dieser schon die Nochwendigkeit eines solchen Begriffes auffinden. Nur dadurch könnte die Allgemeinheit desselben erklärt werden." Dem Menschen ist, wird nun gelehrt, das Gefühl seines Ich natürlich; er fühlt sich selbständig, anders, abgeschlossen von den Dingen außer sich. Zn diesen Dingen gewahrt er einen nützlichen oder schädlichen Einfluß auf sich, eine ihm freundliche oder feindliche Kraft, deren er nicht Herr werden kann, die über seine Kräfte hinausreicht. Diese Gewalt in den Dingen ist ihm die Gottheit; die nothwendige Anerkennung derselben ist der Begriff der Gottheit, wie er nothwendig bei allen Völkern entstehen mußte. — Das soll eine alle mystische und psychologische Künstlichkeit abweisende Erklärungsweise sein, die im rohen Naturmenschen nichts voraussetze, als was eben in ihm sein müsse. Sehen wir zu, wie sie zu den übrigen Ansichten des Herrn Or. Ph. stimmt. *) Auf diese Trostlosigkeit des absterbenden Heidemhums kommt der Berf. p. 97. noch einmal zurück und sagt mit Recht: „Da« zum Hohn und Gelächter gewordene Heidenthum war nur noch ein Schauspiel ohne den geringsten Inhalt, die Sittenlostgkeit grenzenlos, indem Sinnmgenuß und um deffentwilleu der Besitz (!) die alleinigen Gewalten waren; das sittliche Bewußtsein de« Menschen war völlig aufgelöst."