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Dibre Emeth · 1847-12-01 · Heft 12 (Dezember 1847) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 12 (Dezember 1847)
Date
1847-12-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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vor viel willigen Hörern behandeln. Die herzliche» brüderliche Liebe vvn s0> vielen Seiten wird mir stets eine wohlchuende Erinnerung bleiben. — Zn . . .. wurde ich Sonnabend den 5. Juni durch einen theUern Freund in das Haus des Rabbiners eingeführt. Wir fanden nur den Schwiegersohn desselben, und zwar Um Fieber kränk, und seine Mutter, die seit einigen Wochen Wittwe war. Ich erkundigte mich bei dem Ersicren, welcher Richtung der deutsche Rabbiner sei. „Wie alle deutschen Rabbiner," erwiderte er. — An die Mutter wandte ich mich mit den Worten: Welch' eine bedeutende Umänderung ist im Zudenthum seit Ihrer Kindheit vorgegangen! „Mein Mann, antwortete sie, sprach öfter, er wünsche es nicht zu erleben, wie es in 50 Jahren stehen würde." — Freilich, bemerkte ich, wird noch viel Schlimmes kommen, aber dahinter liegt' eine herrliche Zukunft. Ich erläuterte nun ein wenig die Weissagung Sach. 12, 10 re. — Während ich eben damit beschäftigt war, kam der Rabbiner aus der Schule zurück, ein Greis von sehr ehrwürdigem Aussehn. (Später gesellte sich noch ein silbischer Lehrer hinzu.) Er begegnete mir sehr freundlich: mein Freund hatte mich ihm mit den Worten vorgcstcllt, ich hätte gewünscht, einen frommen Israeliten zu sehen. Indem ich an das bisherige Gespräch anknüpfte, bemerkte ich: Ich.bin ein Freund Zsrael's, und liebe das Volk um der Väter willen; das Heil ist uns von den Juden gekommen. „Allerdings, sagte er, Jesus war ja auch ein Jude." Nur beistimmen konnte ich ihm darin, daß die Reformer, indem sie Beschneidung und Sabbath in Frage stellen, die Fundamente des Zudenthums vernichteten. — Weil er behauptete, Jesus habe die Beschneidung geboten, zeigte ich ihm aus Matth. 28. das Gebot der Taufe; aber mit Beziehung auf Apost. Gesch. 15. räumte ich ihm ein, daß ein Jude, der Christ werde, nicht gezwungen sei, sich vom väterlichen Gesetze loszusagen, wenn er nur nicht die Gerechtigkeit im Gesetze suche. — Er gab zu, daß Christen selig werden könnten. Die Rede lenkte sich auch aufIsrael's Zukunft; es war mein Bemühen, die Punkte recht stark hervorznheben, über die ich tuit ihm einig sei. Ich sprach von Zsrael's gegenwärtigem Elende. „Ja, wir sind im Golus (Gefangenschaft)." Das

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