Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1847)
- Date
- 1847-12-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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211 meine alten Waffen wieder hervorziehen. Als ich auf die Opfer deS. alten Bundes hinwies, meinte B, darüber lasse sich viel und wenig reden. Bon ihrer Bedeutsamkeit hatte er keine Ahnung. —r Trotz all' meines Steuerns warfen sie sich doch immer wieder auf die Trinitäts-Lehre. — SS. fragte: „Was macht denn Christus nun, nachdem er auferstanden ist?" Er ist nach seiner Auferstehung gen Himmel gefahren und sitzet zur Rechten des Bakers und regiert. — „Woran sieht man denn das?" — Daß er sein Reich mächtiglich ausbreitet. — Br. „Was thut denn da der Bater? Er hat sich wohl zur Ruhe gesetzt?" — Für diese Bemerkung mußte er sich's gefallen lassen, daß ich solche Frage mit dem gelindesten Ausdrucke als thöricht bezeichnte. Es war Zeit, das Gespräch abzubrechen. O wann wird der Herr die Decke von den Augen der Kinder Israel wegnehmen, daß sie nicht länger lästern, was sie nicht wissen! — Dienstag den Ilten Nachmittags brach ich wieder auf. — Es beginnt hier der zweite Theil meiner Reise, von dem ersten dadurch unterschieden, daß sich von jetzt ab meine Thätigkeit mehr daraufhinrichtete, der Christen Theilnahme für das Werk unter Israel zu erwecken. Am Mittwoch, dem Tage der Himmelfahrt früh, hatte ich auf dem Wege nach Czersk zu Reisegefährten fünf russische Juden, darunter einer aus Weiß-Rußland. Ich zog meine ebräische Taschenbibel heraus und las still für micfo das erregte die Aufmerksamkeit des mir gegenübersißenden Gefährten. Ich kam zunächst mit ihm in ein Gespräch, was von den Reformbewegungen ausging; wir gelangten bald zum Christenthume. Ein Andrer, der, weil eben der Morgen angebrochen war, mit Anlegung der Th'philli« seine Morgenandacht so eben verrichtet hatte, während zwei andre abwechselnd in einer Lebensbeschreibung Friedrich's des. Großen lasen, nahm lebhaften Antheil am Disput, und zeigte, als unter Ander« das Geschlechtsregister bei Matthäus der Streitpunkt war, viel Bekanntschaft mit dem cbräischen Neuen Testamente, indem er ebräisch anführte. Er wollte einen Widerspruch zwischen Christo und dm Aposteln Nachweisen: „Christus lehrt: was zum Munde eiugeht.