Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1847)
- Date
- 1847-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554570-2554583--00686-2556485- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
203 feffeluug Met dämonischen Mwalten der Selbstsucht, zur vollständigen Enthüllung des Geheimnisses der Ungerechtigkeit? Das heißt fürwahr den gemeinsten Egoismus predigen/ wenn man als das höchste Ziel der gesellschaftlichen Einrichtungen jene Menschengleichheit hinstellt, die näher besehen nur bezweckt jeden Einzelnen des irdischen Genusses voll und satt zu Machen und ihm das zu verschaffen, wonach das begehrliche Herz gelüstet. Herr Ph. ereifert sich eben darum so sehr gegen das Zenseits, welches das Christenthum lehrt, und bekennt sich unumwunden zu der Religion des Diesseits, die ihm angeblich der Mosaismus darbieten soll. Jenes Ziel wird aber nicht eher erreicht, so lange noch ein Einziger irgend etwas hat und genießt, was nicht allen sofort offen steht. Die Gelbstsucht, nichts andres, gelangt dann zu unumschränkter Gewalt, die Selbstsucht, um derenwilleu man doch die Gegenwart umgestalten wollte. Herr Ph. hat zwar dafür gesorgt, die Befürchtungen vor diesem zerstörenden Feinde ein wenig zu mildern, indem er ihn so schwach als möglich und von einem angeblich höhern Standpunkte sogar als gut erscheinen läßt. *) (j*. 30.) Indessen kann er seine bedenkliche Herrschaft unter den Menschen nicht läugnen. Wie wird er nun die Selbstsucht wegschaffen? Seiner religiösen Idee scheint er die Macht dazu nicht zuzntranen. „Wie weit die Menschheit auch in der religiösen Erkenntniß gekommen, sagt er p. 183, im Leben steckt sie noch größtentheils im Heidenthum." Er glaubt vielleicht, daß, wenn nur erst die Fahne der Freiheit und Gleichheit aufgepflanzt ist, der Egoismus der Menschen wie mit einem Zauberschlage verschwinden werde, und darin dürfte er sich sehr irren. Bis dahin Mdigt er Umformung der bestehenden Berhältniffe als unvernünftiger, irreligiöser und widerrechtlicher, und Ausgleichung aller Ungleichheiten als Folgen des annoch heidnischen Staates, (p. 185.) Umbau, langsame Entwicklung fordert er; — dir Communisten unsrer Tage haben-sich längst überzeugt, daß die Menschheit von *J Mir werden später »och aus seine Ansicht von der Sünde zurückkommen.