Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1847-12-01 · Heft 12 (Dezember 1847) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 12 (Dezember 1847)
Date
1847-12-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554570-2554583--00684-2556483
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

könnenwährend so das Gerede von Kastenwesen in unserer Zeit und Rechtsuvgleichheit mindestens grundlos ist. Meint er damit, daß etwa in Preußen, um auf einen bestimmten Staat zu blicken, ein andres Recht den nieder» Ständen und ein andres den höher» gesprochen wird, so mag er selbst zusehen, wie er diese Berläumdung unserm in aller Welt geachteten Richterstande gegenüber vertreten kan». Wahrscheinlich meint er aber nur das, daß nicht jeder alles haben kann, was ein andrer hat; nun dann stimmt er mit jenen aufs Haar, welche hie Tagelöhner und Handwerker, die Fabrikarbeiter und Kleinbürger zum Neide gegen den wohlhabenden Bürger, Grundbesitzer und Beamten aufstacheln, ihm Vorhalten, wie diese bei geringerer Arbeit mehr verdiente» und mehr genössen als sie und das Nechtsuugleichheit nennen. Echt communistisch ist weiter das Ziel, weiches er den Menschen vorhält. Die Gesellschaft soll aus ihrer heidnischen Verfassung! zur Einheit der Idee und des Lebens, d. h. zu den drei großen Prineipien der Gleichheit des Rechtes, der möglichen Gleichheit des Besitzes und der persönlichen Freiheit innerhalb dieser beiden Momente (?) geführt werden, (p. 188.) auf diesem Grunde umgebaut werden, (p.! 85.) Mit andern Worten, es soll ein Zustand herbeigeführt werde», wo Freiheit und Gleichheit herrscht, wo die Unterschiede der Stände und des Besitzes gänzlich anfgehört haben und keine Schranke dem Einzelnen mehr im Wege ist. Nun, wer kennt nicht dies Eldorado aller Communisten? Es gehört freilich nur eine geringe Gabe von Verstand dazu, um zu begreifen, daß dies eitle, unausführbare Träume sind, so lange eben noch Egoismus im Einzelnen regiert, und daß dann nur der roheste und schamloseste Egoismus auf den Thron gehoben wird. Wer sieht zunächst nicht ein, daß Gleichheit und Freiheit, jenes Feldgeschrei der-französischen Revolution nur leere, gehaltlose Redensarten sind? die Freiheit verneint nur jede hemmende Schranke, die Gleichheit jeden trennenden Unterschied. Man sollte nur einmal versuchen auf diesen Grundlagen eine Gesellschaft zu erbauen und man würde sich über Nacht überzeugen, daß alles in Unordnung und Anarchie aufgelöst ist. Wollte man sich doch durch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.