Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 11 (November 1847)
- Date
- 1847-11-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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191 Geschichte von der ehernen Schlange zu erläutern. Darauf machte der vorhin Genannte den Einwand: „Wenn das Christevthum das Leben, statt es leichter zu machen, schwerer machte, so ließe ich es mir eher gefallen." Meine Antwort umfaßte ein Doppeltes. Zch las ihm zuerst Apost. Gesch. 15, 1. — 11. vor (und als nöthige Erläuterung dazu die Geschichte von Cornelius), mit besondrer Hinweisung auf B. 10.: „Das Zoch, welches weder wir, noch unsere Väter haben mögen tragen." Das Schwermachen also würde nichts geholfen haben. Zweitens aber, um ihm den heiligen Ernst des Christenthums zu zeigen, las ich ihm Ephes. 4, 2. bis Cap. 5, 5. vor. Diese Unterredung, welche in ihrem ganzen Verlaufe nichts von dem gewöhnlichen disputatorischen Wesen an sich trug, gereichte mir zur innersten Erquickung; möge sie auch an den beiden lieben Seelen nicht unfruchtbar gewesen sein. Der Schluß des Tages bildete einen um so stärkern Gegensatz. Wir besuchten noch am späten Abende einen jüdischen Kaufmann. Ein Verwandter desselben, ein junger Mann, legte seine Neigung zur heftigen Streitsucht unverhohlen an den Tag. Die Vereitlung eines friedlichen Gesprächs that darum doppelt wehe, weil sich allmälig eine ziemliche Anzahl Juden, darunter 3 oder 4 Frauen, um uns gesammelt hatten. So wechselte Freudiges und Unangenehmes an einem Tage. Am Sonntage (Zubilate, den 25. Apr.) konnte ich noch, da der Ortsprediger mich dazu aufgefordert hatte, der christlichen Gemeinde die Botschaft des Evangeliums bringen. Unser Aufenthalt in ...., wo wir uns am 26. wieder mit H. vereinigten, dauerte nur einige Stunden. Zch lernte dort einen jungen jüdischen Gelehrten kennen, mit dem mein Freund war bekannt geworden. Zn Bezug auf seine Gesänge über das heilige Land, die er herausgegeben hat, äußerte er: „Zch möchte das Land gern sehen, aber nicht aus Frömmigkeit, sondern bloß um mich zu überzeugen, ob es wirklich so verwüstet ist, wie die Reisebeschreiber einstimmig versichern? — Gegen 6 Uhr Abends erreichten wir .... Dienstag den 27. Zu einer Predigt am andern Tage, dem Bußtage, ward mir die Kirche bereitwillig eingeräumt.